Wie mich meine Referenzgedanken klein gehalten haben


Denk nur an dich. So wie du jetzt bist. Wie du dich jetzt fühlst. Wer du heute bist und wo du morgen hinwillst. Und schau nicht zurück. 
Der Podcast "Du bist nicht deine Vergangenheit" von Bastienne Neumann - wahrscheinlich Werbung, da Namenskennzeichnung, aber natürlich eigentlich keine Werbung ;) - hat mich dazu bewegt den heutigen Post zu schreiben. Wie sehr ich ihren Podcast "Ernährungspsychologie leicht gemacht" liebe brauche ich keinem aufmerksamen Blogleser mehr zu erzählen. In dem Podcast geht es um Referenzgedanken und du hörst ihn dir am besten selbst an, um dir selbst eine Meinung zu dem Thema zu bilden. Ich möchte Basti hier nicht einfach zitieren und so gut wie sie kann ich das ganze Thema nicht erklären.

Referenzgedanken sind Gedanken, die wir uns seit frühester Kindheit gemacht haben. Gedanken, die unser Unterbewusstsein aus lauter Gewohnheit immer noch bildet - auch wenn sich die Wirklichkeit darum geändert hat.


Mein Outfit findet ihr oben in der Kategorie: Sport

1. "Ich schaffe das nicht"
"Ich schaffe das nicht" ist und war lange der ausschlaggebende Referenzgedanke in meinem Leben. Ich weiß nicht warum, aber ich bin seit meiner frühesten Kindheit davon ausgegangen, dass ich das nicht kann. Das wurde mir lange von meiner Umwelt eingeredet, bis ich an ihre Stelle getreten bin und es mir jahrelang selbst eingeredet habe. Nur um nach jeder Hürde dann zu sehen: "Oh, das hast du ja doch gepackt." Jede große Hürde: Abitur, Führerscheinprüfung, Studium - oft mache ich mir (im Nachhinein dann oft: unnötigen) Stress, weil ich von vornherein davon ausgehe, sonst zu versagen. Seit ich das erkannt habe, versuche ich, öfter an meine Stärken zu denken, an das, was ich schon erreicht habe und noch erreichen kann. 

Das ist übrigens auch ein Grund, warum ich mit Niederlagen nicht gut umgehen kann. Scheitere ich einmal (ich bin zB 1x durch eine Hausarbeit gefallen oder durch meine praktische Führerscheinprüfung), geht für mich buchstäblich die Welt unter und es hat damals ewig gedauert, bis ich mich wieder getraut habe, es erneut anzupacken. Mittlerweile habe ich gelernt: Scheitern gehört dazu. Je öfter man scheitert, desto schneller kommt man auch zum Erfolg. 





2. "Ich bin unsportlich"
Ebenfalls ein Referenzgedanke, den ich aus meiner (wirklich eher unsportlichen) Kindheit/Jugend mitgenommen habe. Ich bin unsportlich. Ich bin zwar immer ein bisschen geschwommen und geritten, jedoch war ich in jedem Sportunterricht die langsamste und die letzte, die ins Team gewählt wurde. Durch meinen Körperbau (dazu später mehr) hat mich meine Umwelt auch eher als: "Ach, Feli, die hats nicht so mit Bewegung, die liest eher" in Verbindung gesetzt, anstatt mit Sport. Auch wenn ich jetzt schon wirklich lange laufe und seit ich 17 bin (auch schon 7 Jahre, haha) 5-7x die Woche Sport mache, denke ich immer noch oft: Das kann ich nicht. Ich bin langsam. Ich bin unsportlich. Auch wenn das objektiv nicht stimmt.




3. "Ich bin kräftig"
Passend zum vorherigen Punkt: Ich war (bis auf 2.5 Jahre Untergewicht im Rahmen einer Orthorexie) immer eher am oberen Rande des BMI oder eher drüber - also immer etwas kräftiger als der Durchschnitt. Ohne je wirklich dick und übergewichtig zu sein, habe ich mein ganzes Leben unter meiner Statur gelitten, ohne wirklich langfristig davon loszukommen - bis heute. Auch zu meiner dünnsten Zeit (als ich 47kg bei 1.73m Körpergroße) wog, fand ich mich stämmig. Kräftig. Zu massig - ohne es wirklich zu sein. 




4. Ich werde ausgelacht.
Im Zusammenhang mit meinen Erfahrungen in der Schule habe ich von kleinauf gelernt, dass ich anders bin. Komisch spreche. Jahrelange Logopädie-Erfahrung hat das nicht besser gemacht, es hat sich einfach verwachsen. In der Schule wurde ich - genauso wie für mein Gewicht - lange für meinen Sprachfehler gehänselt. Noch heute reagiere ich sehr allergisch darauf, darauf aufmerksam gemacht zu werden - ganz wie die Kinder sind es heute manchmal Erwachsene, die fragen: "Warum sprichst du so komisch?". Das passiert allerdings nur noch ganz ganz selten. Dennoch hatte ich - als ich angefangen habe, ein Tutorium zu unterrichten, Schwimmtraining zu geben oder bei einem Moot Court (einer gespielten Gerichtsverhandlung) mitzumachen - immer noch die Vorstellung, nicht ernst genommen zu werden. Ausgelacht zu werden. Das hat sich nie realisiert. Wirklich besser wurde es nur dadurch, dass ich mich dazu gezwungen habe, gerade diese Situationen in Angriff zu nehmen. Mich auch in der Uni zu geben. An oben genannte Veranstaltungen teilzunehmen. Bis es verschwand.