Mein Verhältnis zum Sport


Ich habe bereits vor knapp 2 Jahren hier über das Thema Sportsucht geschrieben. Hat sich seitdem etwas geändert? Bin ich noch derselben Ansichten wie früher? Nein. Aber ich habe - genauso gut wie jeder andere Mensch - das Recht, meine Meinung zu ändern und mein Handeln und meine Entscheidungen zu überdenken.

Vorab: Ich bin nicht sportsüchtig. Ich hatte in der Vergangenheit ein ungesundes Verhältnis zum Sport und auch heute struggle ich noch ein bisschen mit mir selbst, wenn ich nicht regelmäßig trainieren kann - genauso wie jeder ambitionierter Freizeitsportler auch.

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Dennoch habe ich oft das Gefühl, ich muss Sport machen. Mein Kopf zwingt mich dazu. Mein Körper lässt dies geschehen. Und deswegen bin ich oft müde. Nicht mehr so belastbar. Mein Körper trägt dies alles mit, ich bin so gut wie nie ernsthaft krank oder verletzt. Aber oft niedergeschlagen, ausgebrannt und fühle mich "kaputt". Doch woher kommt das? Sollte Sport nicht dazu führen, dass wir uns voller Power aufs Leben stürzen? Motiviert sind, energiegeladen und wach?

Gerade in der Sportszene auf Instagram oder auch im "echten Leben" hat man das Gefühl, (fast - ich spreche hier niemanden persönlich an!) alle haben nichts anderes in ihrem Leben zu tun als Sport zu machen. Und wenn man das dann betrachtet, an einem Tag an dem man nicht zum Sport machen kam, einen Ruhetag eingelegt hat, krank ist oder einfach keine Lust auf Sport hat, fühlt man sich automatisch schlecht. Faul. Unsportlich. Fett. (Um es einmal übersteigert auszudrücken).

Genauso wenn ich mich mit früher vergleiche - was ich automatisch mache, da ich wieder ein bisschen so etwas wie Training mit dem eigenen Körpergewicht ab und an betreibe: Früher konnte ich ganz locker 30 Liegestütze machen, heute verzweifle ich an 10-15 und habe am nächsten Tag Muskelkater. Aber früher hatte ich eben auch mehr Zeit für Sport bzw in meinem Urlaubssemester bis auf meine Seminararbeit soviel Zeit wie ich wollte fürs Arbeiten und Trainieren. 

An solchen Tagen wie oben beschrieben, versuche ich mir immer vor Augen zu führen, wo meine Prioritäten liegen. Natürlich - sie liegen auch beim Sport aber eben sekundär.  Ich möchte fit sein. Fit bleiben. Meine Leistung steigern , aber nicht unbedingt im Jahr meines Staatsexamens. 

Anders als 2016 muss ich nicht 1-2 Mal die Woche radfahren, 4 x laufen, 2 x Krafttraining machen und 2-3 Mal schwimmen. Auch wenn ich mich in dieser Zeit natürlich schnell verbessert habe, ist das gerade einfach nicht drin. Sowohl zeitlich als auch körperlich. 

Natürlich könnte ich mich einige Zeit um Unzeiten aus dem Bett quälen um unbedingt meine - mir selbst aufgelegten - Trainingseinheiten durchzuziehen. Das schaffe ich aber - sowohl mental als auch körperlich nicht. Deswegen versuche ich, einmal täglich Sport zu machen, wobei der Fokus auf dem laufen geht. Denn das macht mir aktuell am meisten Spaß, geht am schnellsten und bringt mir frische Luft (und Vitamin D). 

Meistens weiß ich, dass ich Sport mache, weil es mir gut tut. Weil ich es machen will. Und an den Tagen, an denen ich keine Lust auf Sport habe, es zeitlich nicht schaffe, oder oder oder, halte ich mir immer vor Augen, was für mich gerade wichtig ist. Dass ich nichts muss. Dass der Sport nicht nur Kalorienverbrennen ist.



Fotos : Erie Ehrenberg (Facebook / Instagram)