Ich bin (k)ein Versager

Dieser Beitrag enthält Werbung.

Aktuell schwirren oft Gedanken in meinem Kopf herum, die ich so nicht kenne und erst einmal einordnen musste, um mit ihnen umgehen zu können. Ich bin ein Versager. Ich bin kein Versager.
In knapp 2 Monaten werde ich 24. Vor 5 Jahren habe ich mein Abitur gemacht. Und studiere noch immer. Beim Studium der Rechtswissenschaften ist das keine Seltenheit und es wird auch noch einige Zeit dauern, bis ich anfangen kann zu arbeiten. Eigenes Geld zu verdienen. Auf eigenen Beinen zu stehen. Für das Repetitorium bin ich wieder nachhause gezogen. Das kostet schließlich genug Geld, dann muss ich auch keine teuren Mietkosten im Rhein-Main-Gebiet stemmen. Also bin ich 24 und wohne (wieder) zuhause.

Die BAfög Regelung in Deutschland macht es mir schwer, erfolgreich zu studieren und finanziell weniger abhängig vom Elternhaus zu sein. Nur weil wir zu "wohlhabend" fürs BAfög sind, heißt es nicht, dass man sich das Studium für seine Kinder mal locker aus der Hosentasche leisten kann. Eine elternunabhängige BAfög Regelung wäre schon lange notwendig, doch das ist ein anderes Thema. 



Am liebsten würde ich schon arbeiten, auf eigenen Beinen stehen und mein eigenes Geld verdienen. 
Ich möchte jedoch meinen Eltern nicht auf der Tasche liegen und hasse es, sie um Geld anpumpen zu müssen - für Essen, Lernsachen, Kosmetik, Sportsachen und alles, was man so zum Leben braucht wenn man immer nur ein Leben im Überfluss gewohnt war. 
Ich habe immer neben dem  Studium gearbeitet, bis der Mindestlohn kam oft noch für 7 Euro die Stunde. Ein Stundenlohn, von dem Menschen in Dritte Welt Ländern nur träumen können, mit dem man im Rhein Main Gebiet jedoch höchstens einen Cocktail kaufen kann. Studenten, die nur studieren und nicht nebenbei arbeiten, habe ich noch nie ernst genommen. "Verwöhnte Gören" - mein liebster Begriff dafür. Nun gehöre ich quasi selbst dazu. Meine Examensvorbereitung erlaubt es mir nur, ein- bis zweimal die Woche Schwimmtraining im Verein zu geben. 15 
Stunden die Woche arbeiten? Das passt leider gar nicht rein. 
Das sind genau die selben Menschen, die später von Mamas und Papas Geld ein Auslandsemester machen, ein Jahr nach dem Abi um die Welt reisen, um "sich selbst zu finden" und möglichst wenig Verantwortung im eigenen Leben übernehmen zu müssen. Etwas, was für mich nicht in Frage kam. Wenn ich ins Ausland gehe, möchte ich selbst dafür aufkommen können. Ich habe meine Eltern schon genug Geld gekostet (und koste das auch weiterhin). 

Der Vergleich mit anderen Studenten macht mir oft zu schaffen. Nicht selten kommen sie in einem Mini Cooper oder einem nagelneuen Fiat 500 an die Uni geflitzt, während du in deinem uralten Auto, welches du für 800 Euro erstanden hast und welches auf jedem Kilometer herumzickt, angefahren kommst. 900 Euro für einen Wintermantel sind keine Seltenheit, genauso wie die 1000 Euro für die Designertasche. Und je mehr man sich mit diesen Menschen umgibt, desto mehr hat man das Gefühl, dass man genau diesen Maßstab auch an sein eigenes Leben anlegen muss, um als "erfolgreich" zu gelten. 

Noch dazu habe ich mir einen sehr teuren Sport ausgesucht. Warum einfach nur laufen, einfach nur schwimmen wenn man auch Triathlon machen kann? Ich habe euch bereits erzählt, wie frustrierend es ist, wenn alle auf ihren 5000 Euro Rädern sitzen und man selbst mit seinem gebrauchten, uralten Rennrad ankommt. Startgebühren kosten im Triathlon oft horrende Summen, sodass mein Traum, einen Ironman 70.3 zu finishen noch lange ein Traum bleiben wird. Denn ich bräuchte ein Zeitfahrrad, neues Trainingsmaterial, einen neuen Neopren und vor allem das Geld für die Startgebühr. Geld ist nicht alles, Geld macht uns nicht glücklich aber Geld macht oft das Leben leichter. 





Und dann kommen die Tage, an denen ich Angst habe. Angst darum, dass mein Auto kaputt geht.  Dass das Repertorium, der Examenskurs etc nicht mehr bezahlt werden kann. Dass ich ausziehen möchte und ohne Geld darstehe. Dass ich Geld im Referendariat brauche. Dass ich, um mich in der Berufswelt durchzusetzen, doch noch einen Ausschluss im Ausland machen sollte und machen möchte. Genau deswegen gibt es von Vexcash einen zugeschnittenen Kredit für Studenten mit geringer Rückzahlungssumme. Schon kleine Kredite können ohne viel Aufwand aufgenommen werden und innerhalb von 30 Tagen zurückgezahlt werden. So kann man auch überraschende, dringende Kosten am Monatsende bewältigen, ohne dafür den nächsten Monat von Spaghetti mit Tomatensoße leben zu müssen. 



1 Kommentar :

  1. Ja, Statusdenken und Prestige kenne ich leider zu gut. Als ich in Bochum studiert habe, war es auf jeden Fall so. Jetzt studiere ich in meiner Heimatstadt und da ist es zum Glück nicht so. Ich hoffe für dich, dass du es durchstehen wirst und trotzdem glücklich sein wirst, denn Geld ist nicht alles, wie du es gesagt hast ;)
    Und ich wusste gar nicht, dass es so eine Möglichkeit gibt sein eigenes Studium zu finanzieren :) Vielen Dank für die Information :)

    Liebe Grüße,
    magdaeva von https://lifestylemeetsmagdaeva.blogspot.de/

    AntwortenLöschen