Meine Sportgeschichte




Danke an Britta für die Bilder (Frühjahr 2017)

Ich persönlich mag solche Posts auf anderen Blogs unheimlich gerne, weshalb ich mir dachte "Warum schreibe ich nicht meine eigene Geschichte zum Sport auf?". Here we go.
Ich bin kein sportliches Kind gewesen. Es fällt mir aufgrund meiner Vergangenheit heute noch schwer, mich selbst als "sportlich" zu bezeichnen - auch wenn ich für diese Aussage schon von meinem Freund einen auf den Deckel bekommen habe ;) Als Kind fand ich den meisten Sport ziemlich mies - anstrengend, ätzend, nervig - da hatte ich überhaupt keinen Bock drauf.

Auch wenn ich schon früh "geschwommen" bin - mit 2 Jahren war ich das erste Mal in unserem damaligen Pool und bin nach meinen Schleichtieren getaucht und daraufhin meine Liebe zum Wasser entdeckt, so habe ich damit nie wirklich etwas gemacht.
Als wir wieder nach Deutschland gezogen sind, wurde ich irgendwann obligatorisch im Schwimmverein angemeldet und schwamm dann halt ein- bis zweimal die Woche in der Hobbygruppe, ich glaube, da war ich ca 9. Von 9 bis 11 war ich im Schwimmverein und habe bei unserem kleinen Nikolausschwimmen in meiner Altersklasse zweimal den ersten und einmal den zweiten Platz belegt (Brustschwimmen kann ich bis heute nicht), weshalb ich gefragt wurde, ob ich nun in die Leistungsgruppe wechseln wollte. Ich erinnere mich nur noch, dass die Trainerin zu meiner Mum sagte "entweder jetzt der Umstieg oder nie mehr". Ich wusste aber auch, was das alles bedeuten würde und wollte das nicht. Also hörte ich lieber wieder ganz mit dem Schwimmen auf. So war ich, durchhalten war nicht so mein Ding ;)

Stattdessen hatte ich andere Hobbys - Cello, Klavier und Reiten - ich bin 10 Jahre geritten und habe es geliebt. Ich weiß, dass ich irgendwann wieder mit dem Reiten anfangen werde - wenn ich die Zeit dafür habe und das Geld :) 

Außerdem bin ich vor 10 Jahren (2007) zum Triathlon gekommen - eigentlich eher weil mein Papa in den Verein gegangen ist, also bin ich mit. Im Triathlon hatte ich eine tolle Zeit, in der ich einige meiner engsten Freunde kennengelernt habe, mit denen ich bis heute befreundet bin. In meiner Jugendgruppe war ich eigentlich immer mit Abstand die schlechteste. Beim Schwimmen bin ich gut in der Gruppe mitgekommen, aber vom Radfahren und Laufen wollen wir lieber nicht reden. Dennoch hatte ich immer riesigen Spaß beim Training  - was wohl daran lag, wieviel Quatsch wir alle mit 13 gemacht haben. Bei den Radausfahrten mussten alle auf mich warten, bzw ist eine Freundin im Trainingslager immer eine kürzere Strecke mit mir heimgefahren als der Rest. An das laufen erinnere ich mich kaum noch, ich weiß nur, dass ich super langsam war, totale Probleme mit der Atmung hatte und keine Lust zu trainieren. Deswegen bin ich eigentlich nur Dienstags im Bahntraining mitgelaufen - bzw haben wir uns teilweise hinter der großen Matte versteckt, weil wir dachten, unsere Trainerin sieht uns nicht ;) Ehrgeiz war bei mir faktisch nicht vorhanden.

Mit der Oberstufe kam jedoch ziemlich viel Abistress und ich bin in die Essstörung abgerutscht (Magersucht / Orthodoxie) - 2011 - 2013. In Verbindung mit dem Quasi-nichts-essen bin ich täglich (!!) eine Stunde gelaufen - mindestens. Tempo egal, Streckenlänge egal, Hauptsache eine Stunde laufen um Kalorien zu verbrennen. Andere Sportarten "galten" damals für mich nicht, ich wollte nur laufen, um das wenige Essen, was ich mir zugestanden habe, zu rechtfertigen. So hatte ich mich ziemlich schnell von 78kg auf 47kg heruntergehungert. Spaß am laufen hatte ich nicht und ich wollte auch keine Wettkämpfe laufen, ich wollte einfach nur Kalorien verbrennen. 

Zusammen mit dem Weg aus der Essstörung bin ich eine Zeitlang wenig bis gar nicht gelaufen und habe eher Krafttraining gemacht (teilweise Training mit Freihanteln, teilweise Freeletics  / TRX / Kayla Itsines) - ich habe eigentlich alles einmal ausprobiert und hatte riesig Spaß dran. Ich wurde wieder kräftiger, nur dass ich anders als früher, mehr Muskelmasse als Fett zu verwalten hatte. Die Kilos auf der Waage stiegen und stiegen und ich brauchte eine Zeit, um meinen Körper zu akzeptieren und lieben zu lernen. Ab und an bin ich ab 2014 wieder einige kleine Läufe gelaufen und habe für 10km im Wettkampf ca 53 - 55 Minuten gebraucht. 


2015 bin ich dann meinen ersten Halbmarathon gelaufen  - eigentlich nur, um das mal mitgemacht zu haben und weil ich bei Runners Point gearbeitet habe und somit auch für sie gelaufen bin. 
Meine Vorbereitung war eine Katastrophe und ich bin keine längere Strecke als 14km gelaufen, viel zu kurz. Da ich jedoch mit einem Arbeitskollegen zusammengelaufen bin, der mich gepacet hat, haben wir es mit großer Qual und einigen Tränen auf 1.58 geschafft. Eine Leistung, die ich damals klein geredet habe, die ich heute aber ganz schön gut finde, in Ermangelung eines ordentlichen Trainings. Das ganze restliche Jahr habe ich mich dann wieder dem Krafttraining gewidmet, was vor allem mit der damaligen Instagrambewegung zusammenhing - auf einmal hat jeder im Gym trainiert. 

Für März 2016 hatte ich mich zusammen mit einer Freundin für den Frankfurt HM angemeldet und begonnen, ab Dezember für den Halbmarathon nach dem Plan meines besten Freundes zu trainieren.  Und auf einmal lief ich den HM in einer tiefen 1.51 ohne mich stark zu quälen - ich sah viel zu frisch im Ziel aus ;)  - hier findet ihr sogar noch den Blogpost zum Frankfurt HM 2016 und hier habe ich meinen Blogpost zu meinem Halbmarathon - Trainingsplan geschrieben. Ab diesem Zeitpunkt war ich motiviert und bat meinen besten Freund, mir weiterhin Trainingspläne zu schreiben - einer Bitte, der er bisher grandios nachgekommen ist. Die anstehenden Triathlonwettkämpfe konnte ich problemlos meistern und auf die 5km mit viel Geheule im Teamsprint noch 22.30 laufen - eine Leistung, an die ich 2016 nie geglaubt hätte. Ich habe euch hier noch einmal die Blogposts zu den einzelnen Wettkämpfen herausgesucht. (Woogsprint (SD) / Celticman (SD) / Viernheim (OD) / Baunatal (SD Team)

Ein bisschen ohne wirkliche gezielte Vorbereitung lief ich dann im Oktober den Köln HM (hier mein Beitrag) und bin ihn dank einem guten Pacer und meinem Willen in 1.45.03 gelaufen. Im Januar 2017 wurden es schon 46.40 auf 10km, die ich letzte Woche in eine 46.05 verwandeln konnte. 



Laufen gibt mir jedes Mal Glücksgefühle. Und ich laufe so gerne - vor allem seitdem ich einigermaßen strukturiert trainiere und merke, wie ich mich verbessere (also seit knapp 15 Monaten). Denn jeder kann laufen. Jeder kann sich verbessern - und Zeiten erreichen, von denen man sonst nur träumen konnte. Als ich angefangen habe, zu laufen, musste ich kämpfen, um einen Kilometer durchzulaufen. Dann gingen auf einmal 3km am Stück. Und laufen machte mir auf einmal Spaß und war nicht nur eine ätzende Quälerei im Rahhmen des Cooper Tests. Dann musste ich mich anstrengen um 5km in 30 Minuten zu schaffen. Im Wettkampf. Beim gemeinsamen laufen mussten immer alle auf mich warten. Zum Laufen musste ich mich immer überwinden, aber langsam purzelten die Pfunde - und die Zeiten. Meinen ersten Halbmarathon lief ich 2015 in 1.58h. Seitdem sich mein bester Freund als Trainer meiner angenommen hat, geht es stetig vorwärts. Ich trainiere kontinuierlich - 4 Läufe die Woche und meine Umfänge liegen immer zwischen 30 und 40 Wochenkilometern - und das reicht auch. Mit Disziplin und Ehrgeiz - und jemanden, der einem ab und an in den Hintern tritt - - schafft wirklich jeder die Zeiten,die ich aktuell laufe. Von 30 Minuten auf 5km bin ich aktuell bei 22.05 / die 10km, die ich lange Zeit in knapp einer Stunde bewältigt habe, liegt meine aktuelle Zeit bei 46.05 und meine Halbmarathon PB liegt bei 1.45.03 - ich bin gespannt, was noch so geht. Auch wenn ich Henrik und seine Trainingspläne oft verfluche - so wie in dieser Woche, der letzten Belastungswoche, bin ich ihm doch unendlich dankbar, dass er sich meiner angenommen hat. "Hard work beats talent if talent doesn't work hard" - Denn ein Lauftalent bin ich nicht. Mit einer grazilen Laufgazelle habe ich so ungefähr nichts gemeinsam, außer der Lust, mich zu bewegen  Mit meinen aktuell 70kg kostet mich jeder Kilometer um einiges mehr Kraft als er mich mit meinem niedrigsten Gewicht, 47 Kilogramm, gekostet hat - und dennoch laufe ich schneller als je zuvor.





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