Was mein Essverhalten mit Selbstliebe zu tun hat



Ich hatte eigentlich mein ganzes Leben lang ein schlechtes Selbstbild, habe mich selbst falsch eingeschätzt, anders wahrgenommen und mich selbst nicht gemocht. Dabei ist die Beziehung zu uns selbst in meinen Augen eins der wichtigsten Dinge im Leben. Wer sich selbst nicht liebt, kann keinen anderen lieben. Wer sich selbst nicht gut findet, kann auch nicht erwarten, dass andere von einem selbst begeistert sind. Auf einer langen Reise voller Weiterentwicklung und Niederschlägen kann ich nach langer, langer Zeit heute mit 23 Jahren sagen: Ich finde mich gut.
Ich bin weder von Selbstzweifeln geprägt, noch von Hass auf mich, meine Leistungen und mein Aussehen. Ich stehe nicht mehr vorm Spiegel und finde mich selbst zum Kotzen, ich wache auf und fühle mich wohl. Ich kann eine Tafel Schokolade verputzen und mag meinen Körper immer noch. Ich kneife mir nicht mehr in meine Oberschenkel um zu schauen, wie viel Fett dort drin lagert sondern kann auch mit vollem Bauch vom Abend zuvor Fotos im SportBH machen - wohl wissend, dass ich kein Sixpack habe, aber dass mein Bauch dennoch gut aussieht. 

Was mir (unter anderem) ganz viel geholfen hat, war es, Bücher und Blogbeiträge zum Thema Selbstliebe zu lesen. Es muss im Kopf "klick" machen, es muss sich ein Schalter umlegen und das dauert. Ein Buch, welches Johanna einmal empfohlen hat, finde ich sehr lesenwert zu dem Thema: Finde dich gut sonst findet dich keinerWer aber größte Probleme mit Selbsthass, Selbstmissachtung und fehlendem Selbstvertrauen hat, dem ersetzt in meinen Augen nichts eine Therapie.

Und was hat nun mein Essverhalten mit Selbstliebe zu tun?
Ich habe bereits des Öfteren unter anderem in diesem Post (Ernährungsgeschichte) und diesem (Essstörung - bin ich betroffen?) über meine Essstörung in meiner Jugend geschrieben. Diese Zeit liegt nun schon so lange hinter mir (5 Jahre), dass ich ohne Weiteres darüber schreiben kann. Ihr dürft mich gerne alles fragen, was euch darüber interessiert oder mir schreiben, wenn es euch beschäftigt.

Aktuell esse ich einfach querbeet. Ich kann mich an keinen Ernährungsplan oder an eine Kalorienbegrenzung, noch an andere Vorgaben halten. Was früher eiserne Disziplin war ("Ich esse keine Süßigkeiten. Ich esse keine kurzkettigen Kohlenhydrate. Abends nur Salat und Joghurt für mich") , kann ich heute nicht mehr. Und das, obwohl ich in anderen Bereichen so diszipliniert wie immer bin. In den Bereichen, die in meinen Augen wichtig sind. 

Also habe ich lange alle Gedanken an die richtige Ernährung weggeschoben und war dennoch oft unzufrieden mit meiner Ernährung. Mit meiner Einstellung "Feli, du musst Energie haben, um anständig lernen und trainieren zu können" habe ich jeden Heißhungeranfall meinerseits gerechtfertigt. Denn die habe ich: Heißhungeranfälle. Emotionale Essattacken. Ich vermute, dass sie von fehlendem Schlaf, Stress und Ablenkung kommen. Denn ich esse lieber Schokolade anstatt am Wasser zu nuckeln und dabei StPO zu lernen. Oder eine ganze Tafel.

Denn aktuell esse ich leider wirklich jeden Tag Süßigkeiten - en masse. Unter einer 3/4 Tafel Schokolade oder einer Tüte Gummibärchen geht nichts. Wenn ich sie öffne, muss ich sie essen. Ich verachte mich dafür selbst, hasse mein mangelndes Durchhaltevermögen danach und versuche den Kalorien- und Zuckerüberschuss im Sport wieder los zu werden. Durch diese "Taktik" habe ich also weder zu- noch abgenommen. 

Trotzdem merke ich, dass diese Ernährung mir nicht hilft, sondern ich eher gegen meine Ziele "arbeite". Denn durch billigen weißen Industriezucker, Süßstoffgetränken, Kaffee en masse und Weizenprodukte habe ich nicht mehr Energie, sondern entziehe meinem Körper Energie, die er benötigt, das Zeug wieder zu verarbeiten. Also habe ich mir jetzt vorgenommen, mehr "according to my goals" zu essen. Klar sind Tortellini aus Weizen superlecker, aber ich muss sie nicht jeden Tag essen. Natürlich schmecken mir Schokolade und Gummibärchen, aber sie sollten nicht zu meinen Tagesgewohnheiten werden. 

Ich möchte weiterhin konzentriert und ausdauernd lernen können. Ich möchte Energie für den Tag haben und nicht jeden Morgen wie erschlagen aus dem Bett fallen. Ich möchte mich weiterhin im Sport verbessern.

"Du bist was du isst". Ich möchte nicht billiges Fleisch, leere Kalorien und Zucker sein, sondern möchte nahrhafte und energiespendende Lebensmittel verzehren - ohne auf die Makros oder Kalorien zu achten, sondern essen, was meinem Körper gut tut. Ohne zu hungern (das kann ich sowieso nicht mehr). Aber ich möchte wieder achtsamer essen, nicht alles in mich reinschlingen, aus Angst, nicht satt zu werden, mehr regionales und unverarbeitetes essen und weniger Fertigpampe. Das bin ich mir wert.




Outfit:
Pullover: P&C
Jeans: Pull & Bear



Kommentare :

  1. Ich finde es schön dass du einen so gesunden Weg gefunden hast!
    xo,
    Louisa

    www.theurbanslang.com

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  2. Wow, ein sehr ehrlicher Post. Sehr interessant zu lesen. Danke fürs Teilen <3
    Alina // alinacorona.de

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  3. Ich finde auch, dass die richtige Ernährung was mit Selbstliebe zu tun hat ♥ Besonders bei Fleisch, aber überhaupt beim Essen, spare ich nie und esse lieber etwas Gutes als einfach "irgendwas" um satt zu sein!
    Liebst, Melina
    www.melinaalt.de

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