Seinen eigenen Stil finden - "Das bin ich nicht"





Kleidung - unterstreicht unseren Charakter. Betont im besten Fall unsere Vorzüge und kaschiert unsere Schwächen. 
Ich war noch nie ein besonders „stylischer“ Mensch. In der Schule haben andere die (im Nachhinein scheußliche) Mode vorgegeben, ich war damit beschäftigt , diesen Trends nachzurennen und sie - obwohl sie nicht zu mir passten- nachzuahmen.
So richtig aufgehört hat das wohl erst in der Uni. Ein Ort, in dem eigentlich jeder so sein kann, wie er ist. Ein kleiner „Neuanfang“ nach dem Abitur. Und wohl auch die Zeit, in der ich langsam zu der Person gefunden habe, die ich heute bin und die ich in mir drin wohl schon immer war.





Ich bin keine Modebloggerin. Es macht mir Spaß, mich manchmal außergewöhnlich anzuziehen und mein Herz blüht ab und an für eher ungewöhnliche Kreationen auf, die vom Volksmund wohl als „hässlich“ verschrien werden - wie mein Jumpsuit, der von meinen Freunden liebevoll Windel genannt wird, ein rosa Samtkleid , dicke Fake Felljacken und -westen oder Schuhe mit Fakefur und Samt. 

An anderen Tagen liebe ich es, mich sportlich zu kleiden und lebe in meiner Activewear - Sportleggins, weil Jeans zu unbequem sind, ein unauffälliger SportBH (ebenfalls aus Bequemlichkeitsgründen) und ein schwarzes oder graues Shirt. An dieser Stelle lieben Dank an Alba Moda für die Zusammenarbeit. Sneaker (wie beispielsweise solche Schuhe) sind und bleiben meine liebste Schuhform.








Mich „aufzubrezeln“ hat mir noch nie Spaß gemacht. Ich habe meine Schwester mein Abiballkleid aussuchen lassen, mein Makeup machen lassen, weil es mir schlechthin egal war, wie ich an diesem Abend aussehe - einem Abend, nachdem ich die verhasste Schulzeit endgültig hinter mir lassen konnte. Noch heute ist meine Schwester diejenige, die mich darauf hinweist, dass ich mir mal wieder meine Augenbrauen nachzupfen könnte, dass mein Nagellack in den Gläschen vertrocknet, weil ich mir eben doch nicht die Nägel lackiere und dass meine teure Schminke, die sie mit mir ausgesucht hat, vom Nichttragen auch nicht besser wird. Ich bin einfach zu faul, soviel Zeit in mich und meine Aufmachung zu investieren.

Ich fühle mich am schönsten und am wohlsten mit einem sportlichen Look. Röhrenjeans - Pullover (wie  diese Pullover aus Kaschmir)- Sneaker. Pferdeschwanz (weil offene Haare nur nerven) und einem Rucksack, weil Taschen immer im Weg herumbaumeln und umständlicher sind. Dennoch habe ich lange Zeit versucht, dagegen anzukämpfen.
Ich habe mir mädchenhafte Kleider und Röcke gekauft, weil ich sie an anderen Mädchen wunderschön fand - und komme mir selbst damit verkleidet vor. Meine Schminksammlung ist für ein Mädchen, das sich früher nie geschminkt hat, beachtlich und bleibt dennoch oft unberührt. Meine hohen Schuhe verstauben in der Ecke, während meine Sneakersammlung stetig wächst und jedes Paar sooft wie möglich ausgeführt wird. Nicht umsonst sind meine Beine braun und meine Füße weiß, weil ich immer Turnschuhe trage.




Und dennoch habe ich eine ganz andere Ausstrahlung, wenn ich Klamotten trage, die mir entsprechen. Jeder hat seinen ganz eigenen Stil. Natürlich hole ich mir gerne Outfitinspirationen aus dem Internet (Blogs, Pinterest), aus Serien oder Zeitschriften, dennoch versuche ich mir dieses Outfit immer an mir vorzustellen. Bin ich das? Fühle ich mich damit wohl?

Anstatt dem neuesten Trend nachzulaufen, investiere ich nur noch in Kleidung, die hundertprozentig meinem eigenen Stil entspricht - und nicht dem der beliebtesten Instagramaccounts. Gerade in jungen Jahren fällt das schwer und als Frau, die die Pubertät glücklicherweise schon lange hinter sich gelassen hat, ist es leicht zu sagen, dass man einfach sein Ding durchziehen soll. Das hätte ich mit 13 nicht gemacht.
Lieber habe ich meinen Körper in vollkommen unvorteilhafte Skinny Jeans gequetscht, obwohl das Muffin Top oben herausquoll und meine Beine dadurch, wie sie passenderweise tituliert wurden, wie „Baumstämme“ aussahen. Lieber habe ich mir die absolut scheußlichste Frisur der Welt gemacht (Ein Dutt auf dem Kopf und die unteren Haare wurden seitlich zu einem Zopf geflochten) und meine Mum um die hässlichsten Sneaker angebettelt, die damals alle trugen. Zum Glück hat meine stilsichere Mutter wie immer ihren Modegeschmack walten lassen und mir schöne, andere Sneaker gekauft. 




Ich habe nicht einmal daran gedacht, darüber zu entscheiden, ob mir dieser Trend, den alle tragen, gefällt. Ob ich ihn schön finde. Nein, ich musste ihn mitmachen, weil alle ihm gefolgt sind. Zum Glück hat diese Einstellung mit 17 aufgehört und ich habe angefangen, die Dinge zu tragen, die ich schön finde, die zu mir passen und hinter denen ich stehe. 


Kommentare :

  1. Hey Feli,

    haha, geil, dieser Absatz hätte 1:1 von mir sein können :D

    "Ich habe meine Schwester mein Abiballkleid aussuchen lassen, mein Makeup machen lassen, weil es mir schlechthin egal war, wie ich an diesem Abend aussehe - einem Abend, nachdem ich die verhasste Schulzeit endgültig hinter mir lassen konnte. Noch heute ist meine Schwester diejenige, die mich darauf hinweist, dass ich mir mal wieder meine Augenbrauen nachzupfen könnte..."

    Jeder sollte halt tragen, worin er sich wohlfühlt. Punkt ;)
    Schöne Grüße,
    Caro

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  2. Toller Beitrag :)
    Wahrscheinlich macht jeder so eine Phase durch in der er einfach das anzieht was alle tragen. Als Teenager macht man viel damit die anderen einen mögen und "cool" finden.
    Aber es freut mich sehr, dass du deinen Stil gefunden hast :) Ich habe meinen auch im ,,Bohemian chic" gefunden :)
    Ich finde auch, dass es einfach auf die Ausstrahlung ankommt!

    Alles Liebe, Maya von Mayanamo

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  3. Ach ich finde vor allem dein Fazit schön!
    Da muss ich zugeben, dass ich meinen Eltern wirklich danke. Als Teenie habe ich sie gehasst, sie haben mir "verboten" in den gängigen Läden zu shoppen. Also fing ich an zu nähen und mich nach fairer Mode umzuschauen. So habe ich meinen eigenen Style entdeckt, es war zwar manchmal schwer und es gab peinliche Looks, aber naja :D

    alles Liebe deine Amely Rose

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