Leipziger Triathlon // 24072017








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23.07.2017 - der Tag meines ersten (und vielleicht auch einzigen) Triathlons 2017. Ich bin zusammen mit meinem Freund Kenneth beim Leipziger Triathlon gestartet, er auf der Olympischen Distanz, ich auf der Sprintdistanz. (Seinen Wettkampfbericht findet ihr hier). Wir waren schon früh vor Ort und haben noch mit aufgebaut, der Startschuss fiel für mich erst um 14.30. Beim Anfeuern von Kenneth habe ich noch viele liebe Gesichter getroffen, die ich teilweise schon persönlich kannte, teilweise bisher nur von Instagram. Vielen lieben Dank an alle für das Unterstützen, Anfeuern und die tollen Fotos.
Rike, Ronja, Vincent, Chris + Karo, Denny + Melli, Sarah und Kenneths Eltern.

Vor dem Start hatte ich zunächst ein erstes nervliches Breakdown.
Ich liebe Schwimmen und Laufen und ich habe schon in meiner Jugend an einigen Triathlons teilgenommen, sodass mir der Ablauf sehr gut bewusst ist. Dennoch hasse ich Freiwasserschwimmen (und zu 99% auch Rennradfahren) und übe es nie. Ich bin immer auf der Bahn zu finden. Schon die Wasserstarts bei der Liga hatte ich gehasst, wo wir jedoch nur die Frauen der entsprechenden Liga waren. Massenstarts hatte ich nur schlecht in Erinnerung, außerdem hatte ich (wie immer) eine kleine Panikattacke vor dem Radfahren, sodass ich am liebsten gar nicht gestartet hätte. Mit 4 x Rennradfahren a 30-40km war ich gefühlt nicht vorbereitet. An dieser Stelle mal wieder ein großes Danke an Kenneth fürs Beruhigen ;)


Als der Startschuss ertönte, ging es los. Ich hatte mich in der ersten Reihe seitlich positioniert um auf das große Feld zuzuschwimmen. Ein Plan, der nicht so gut klappte. Ich hatte mehr Orientierungsprobleme als sonst und hatte das Gefühl, einen riesigen Umweg zur ersten Boje zu schwimmen. Einen festen Schlag mit der Faust auf meinen Kopf gab es obendrauf, sodass ich auf der etwas längeren Schwimmstrecke (ca 660m) nach 10.34 (6. Frau) benommen das Wasser verlief. Zurufe wie "Jetzt lach doch mal" ignorierte ich gekonnt und konzentrierte mich darauf, nicht umzukippen. Dennoch war der Schwimmausstieg super und jede Menge Zuschauer jubelten mir zu.

Mit meiner eher spärlichen Vorbereitung von 4 x die Woche laufen, 1- 2 x Schwimmen, nie Radfahren, keinem Koppel- oder Wechseltraining, dachte ich mir schon, dass die Wechsel nicht so gut laufen würden. Da ich mein eigenes Rad nicht mit nach Leipzig genommen hatte, beschloss ich, in Laufschuhen zu fahren, um mich nicht auf ein neues Klicksystem einstellen zu müssen. Außerdem macht es bei meinen Radkünsten wenig Unterschied ob ich mit Klicks fahre oder ohne ;) Die dummen Blicke anderer Triathleten ignorierte ich. Meine Meinung zur Materialschlacht beim Triathlon kennt glaube ich jeder und wird jetzt hier auch nicht breit getreten. Ebenfalls ein Grund, weshalb Radfahren wohl nie meine Lieblingsdisziplin wird. Beim Wechseln ließ ich mir (wie immer) viel Zeit (in meiner Jugend hatte meine Mutter einmal Sorge, mir wäre etwas beim Wechseln zugestoßen ;)) und dann ging es aufs Rad.




Radfahren läuft bei mir immer nach dem Motto "Augen zu und durch" ab. Rechts bleiben, sodass alle richtigen Radfahrer schnell überholen können. Nach einer kleinen Zufahrt hatte man 2 Runden zu fahren, sodass die Radstrecke etwas länger war (22km). Ich bin einen 31.5 km/h Schnitt gefahren und habe 41.55 gebraucht (29. Frau). Auf der ersten Runde hatte ich noch meine Ruhe, weil viele erst fertig wurden mit dem Schwimmen, sodass ich diese problemlos (und um einiges schneller als die zweite Runde) fahren konnte. Mit Kenneths Auflieger zu fahren, hat schon vorher beim Üben total Spaß gemacht und ich bin, glaube ich, noch nie eine so schnelle, flache Radstrecke gefahren. Auf der zweiten Runde kamen dann viele Triathleten hinzu, was bedeutet, dass ich oft überholt wurde. Jedoch sind Sprinttriathlon und Fitnesstriathlon zeitgleich gestartet, was zur Folge hatte, dass sowohl erfahrene Triathleten als auch Sportler, die ihren Triathleten auf Straßenrädern und Mountainbikes absolvierten auf der Strecke waren. 
Die Strecke war in den Kurven teilweise sehr schmal, sodass nicht überholt werden konnte und (in meinen Augen) es angebracht war, vorsichtig zu fahren. Dass sich nicht jeder daran gehalten hat, war klar, jedoch habe ich lange nicht mehr soviele Radstürze wie bei diesem Triathlon erlebt. Mir tun die verletzten Athleten so leid und ich habe vollstes Verständnis dafür, nicht die Radstrecke durchbrettern zu können, sondern abzubremsen um Platz für den Rettungswagen zu machen. Ich wünsche allen eine gute Besserung :(

Der erste Kritikpunkt ist auf jeden Fall die mangelnde Kontrolle, was Windschatten angeht. Durch meine Starts in der Liga habe ich eine angeborene Angst vor dem Pfiff von der Seite , was Zeitstrafe bedeutet und mich letztes Jahr zweimal ziemlich erschreckt hat. Also habe ich mich bemüht, die 12m Abstand einzuhalten. Dass das auf einer engen, vollen Radstrecke nicht geht, ist klar. Traurig ist, dass sich viele nicht einmal bemüht haben. Natürlich hätte ich mich auch bei diversen Athleten reinhängen können und schön Windschatten fahren können. Dann wäre auch meine Radzeit schneller. Ich bin jedoch dafür, ein faires Rennen zu fahren. 

Nach dem schweren Unfall, an dem ich vorbei gefahren bin, war mir meine Radzeit noch egaler und ich war einfach nur dankbar, heil durchgekommen zu sein. Es hätte jeden von uns treffen können und noch schlimmer ist es, dass Athleten verletzt wurden, die einfach nur ihren ersten Triathlon aus Spaß absolvieren wollten und nicht die, die risikoreich und gefährlich gefahren sind. #nohate. Meine Meinung.


















Runter vom Rad und ab zum Laufen. Meine Beine fühlten sich natürlich wie Blei an - wer nicht koppelt, ist selbst schuld und ich startete meine Uhr. Der erste Kilometer fühlte sich schrecklich an und ich hoffte einfach nur, unter 6 Minuten zu laufen, ich kam mir so langsam vor. Meine Uhr zeigte jedoch 4.20/km an und das Tempo konnte ich auch fast halten -> bis km 3.5. Ich hatte den ganzen Wettkampf nichts getrunken, weil ich dachte, den Sprint kannst du so durchbringen. Dumm. Bei km 3.5 hatte ich die schlimmsten Krämpfe sodass ich erstmal stehen bleiben musste. Bis dahin hatte ich mehrere Frauen eingesammelt, von denen mich jetzt die letzten 4, die ich vorher überholt hatte, natürlich wieder einsammelten. Die vor mir Platzierte klopfte mir auf dem Rücken, wofür ich ihr sehr dankbar war, weil ich dadurch direkt weitergelaufen bin. Ich konnte nur noch 2 wieder überholen und lief mit einer Zeit von 21.34 als 9. Frau Gesamt ins Ziel. 

Damit bin ich super zufrieden - der Triathlon hat viel Spaß gemacht und die Strecke war schön und schnell, flach, keine Berge - genau nach meinem Geschmack. 

Was ich jedoch sehr diskriminierend finde, ist, dass in jeder Disziplin die ersten 10 Männer aber nur die ersten 6 Frauen geehrt wurden. Ganz oder gar nicht. Ich sehe keinerlei Grund für diese Ungleichbehandlung, außer dass, wie so oft im Sport, gezeigt wird, dass die Leistung von Frauen anscheinend immer noch nicht soviel Wert ist, wie die der Männer. Dafür bin ich einfach viel zu sehr Feministin, als das mich das nicht aufregt. Das stellt keine Beleidigung des Leipzig Triathlons dar, sondern ist jedoch meine eigene Meinung bzw die empfundene Nicht-wertschätzung der Plätze 7- 10 der Damen (sowohl im Sprint- als auch beim Olympischen Triathlon)
















1 Kommentar :

  1. Richtig klasse gemacht. Wirklich schön gekämpft. Herzlichen Glückwunsch.

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