Mein Studium: Rechtswissenschaften



Hallo zusammen,
Den Post bin ich euch jetzt schon so lange schuldig. Es tut mir leid, dass ihr so lange warten musstet, aber es ging nicht anders.

Ich studiere Jura und fange im März mit der Examensvorbereitung an. Ergo 1 Jahr Repetitorium und ggfls. ein halbes Jahr selbstständige Vorbereitung. Ergo: 1.5 Jahre lernen. Ab März wird es hier deswegen wohl etwas ruhiger werden, da ich einfach nicht mehr so viel Zeit zur Verfügung haben werde wie aktuell.

Warum studiere ich Jura?
Ich wollte (gefühlt) schon immer Jura studieren. Mein Nachbar ist Verwaltungsrichter und so kam ich in der 5. Klasse das erste Mal mit dem Thema "Recht" in Kontakt, als er mich beim "Girls Day" mit zu Gericht genommen hat. In der 7. Klasse habe ich dann zwei Wochen Praktikum bei der Staatsanwaltschaft gemacht und ab da stand für mich fest: Ich möchte Staatsanwältin werden! - Wie übrigens 80% meiner weiblichen Kommilitonen. Nach dem Abi habe ich mich an verschiedenen Universitäten für Jura beworben und erneut ein Praktikum beim Anwalt gemacht, um noch einmal "hineinzuschnuppern" und um das halbe Jahr zwischen Abiprüfung und Beginn des Wintersemesters zu überbrücken. Hochmotiviert startete ich ins 1. Semester und habe meine Entscheidung damals keinen Tag bereut. Natürlich gibt es auch Phasen, in denen ich am Studium an sich gezweifelt habe, was aber hauptsächlich mit dem Aufbau des Studiums zu tun hat und weniger mit dem fachlichen Inhalt.

"Der Weg zum Jurastudium: Wer zwei linke Hände hat, studiert am besten die Rechte"



Wie ist mein Studium aufgebaut?
Das Studium ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich aufgebaut. Wir haben keinen Bachelor und Master sondern schreiben weiterhin Staatsexamen. Das juristische Staatsexamen gehört zu den schwierigsten Abschlussprüfungen in Deutschland mit hohen Durchfallquoten - weshalb ich genauso wie alle anderen Jurastudenten aggressiv werde wenn mir vorgehalten wird "Ach ihr lernt ja nur das Gesetz auswendig". Jura brechen unglaublich viele wieder ab und viele Studenten, mit denen ich im 1. Semester begonnen habe und befreundet war, haben ihr Studium abgebrochen und studieren nun etwas anderes.
Unser Notensystem ist auch ganz anders aufgebaut als das der anderen Studiengänge - Es gibt kein 1,0 oder 2,3 sondern Punkt von 0 bis 18 - ähnlich wie in der Schule außer das man mit 9 Punkten schon richtig zufrieden sein kann und zu den Besten gehört.  Bei den großen Übungen hat sich der Durchschnitt bei uns meistens zwischen 3 und 4 Punkten bewegt. Mit 4 Punkten hat man bestanden, weshalb viele das Prinzip "4 gewinnt" fahren. 
Bei uns in Rheinland Pfalz (das ist in jedem Bundesland etwas anders geregelt) geht es in den ersten 3-4 Semestern (je nachdem wie lange man braucht) um das Bestehen des Zwischenprüfung. Es gibt 3 Rechtsgebiete (Öffentliches Recht, Strafrecht und Zivilrecht), in jedem der Rechtsgebiete werden 4 Prüfungen bestanden, von denen zwei mit einer gewissen Punktzahl bestanden werden müssen. Ein Teil (ca 1/3) der Studenten wird so ausgesiebt. Danach geht es an die Große Übungen, ebenfalls eine im Zivilrecht, eine im Öffentlichen Recht und eine im Strafrecht. Die Großen  Übungen setzen sich aus Klausuren und einer Hausarbeit (ca 25 Seiten) zusammen, die in den "Semesterferien" aka vorlesungsfreie Zeit geschrieben wird. Zusätzlich benötigt man noch 2 Grundlagenscheine, eine kleine Hausarbeit und einen Fremdsprachenschein. Wenn man diese Prüfungen geschafft hat, ist man "scheinfrei" und bereit fürs Examen. Bereit? Nein. Denn jetzt geht der "Spaß" erst los und es geht in die Examensvorbereitung, die nur die wenigsten an der Uni absolvieren und die meisten privat, im Repetitorium. Das Repetitorium kostet 90 - 150 Euro im Monat, dauert ein Jahr lang und ist eine Art "private Nachhilfe", die  gefühlt jeder Jurastudent in Anspruch nimmt. Eine private Examensvorbereitung trauen sich die wenigsten zu. Nina Marleen hat das Ganze ganz gut hier in ihrem Post zusammengefasst: "Das Jurastudium ist in Deutschland das einzige Studium, bei dem die Studenten so eine Hilfe in Anspruch nehmen und tief in die Tasche greifen – das sagt einiges über den Schwierigkeitsgrad des Staatsexamens aus."Vor diesem Punkt stehe ich jetzt, im März geht das Repertorium los, ich bereite mich mindestens ein Jahr für mein erstes Staatsexamen vor. 

Anders als im Bachelorstudium sammelt man keine "Credit Points" und hat auf jeden Fall am Ende einen Abschluss in der Hand, sondern es zählt nur das Examen. Das Examen besteht aus insgesamt (mit Schwerpunkt) 8 Klausuren a 5 Stunden und einer mündlichen Prüfung a 3 Stunden. Beim Staatsexamen kann alles abgefragt werden, was man in seinen 4-5 Jahren Studium gelernt hat, die neueste Rechtsprechung und und und.  Und natürlich kann man durchfallen und steht dann nach 4-5 Jahren Studium mit seinem Abiturzeugnis dar.  Ich kann und möchte euch an dieser Stelle keine Horrorgeschichten über das Staatsexamen erzählen, davon ist das ganze Internet voll, ich möchte mich nicht unnötig verrückt machen, obwohl ich weiß, dass eine harte Zeit auf mich zukommt.




Mein absoluter "Lieblingsstudienführer" :) - Jurastudium erfolgreich, hier*



Wie sieht mein Alltag im Rep aus?
Ab März sieht meine Woche (voraussichtlich) folgendermaßen aus. Montags, Mittwochs und Donnerstags werde ich von 8.00 - 12.00 lernen, dann ins Repetitorium fahren wo ich den restlichen Tag ab 13.00 verbringen werde. Dienstags und Freitags werde ich tagsüber zuhause lernen und versuchen, zwischen 7 und 8 Stunden am Tag konzentriert zu lernen - wie ein normaler Bürotag eben. Samstags werde ich im Großen Klausurenkurs an der Universität eine fünfstündige Klausur schreiben - von 9 - 14 Uhr und am Sonntag im besten Fall die Klausur meines Reps, die dann Mittwochabend besprochen wird. "Vorlesungsfreie" bzw repfreie Zeit gibt es quasi gar nicht, soweit ich weiß, eine Woche im Sommer und an den Feiertagen. 

Sind hier noch mehrere Jurastudenten vertreten? Ich würde mich über ähnliche Beiträge sehr freuen! Wenn euch interessiert, wie ich lerne oder ihr andere Fragen habt, freue ich mich sehr, wenn ihr sie mir in den Kommentaren stellt. :)


Hilfreiche Webseiten: Welche Webseiten ich super finde und auf denen ich gerne unterwegs bin, zeige ich euch hier (keine Kooperation oder Affiliate ;))






Kommentare :

  1. Ich finde das wirklich super interessant und habe einen Heiden Respekt vor dir, wie du das durchziehst! Mein Freund studiert Wirtschaftsrecht und ich höre ihn immer nur über den Jura Anteil schimpfen 😄 Ich drücke dir für dein Examen aber alle Daumen die ich habe!

    Liebe Grüße
    Stephi von http://stephisstories.de

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  2. Liebste Feli,
    jetzt hast Du mich mal wieder etwas beunruhigt! Ich möchte nämlich im Oktober mit dem Jurastudium anfangen, hab aber immer wieder Panik wegen dem Staatsexamen :)
    Ich drück Dir die Daumen, dass Du alles schaffst, was Du Dir vorgenommen hast!

    Liebste Grüße
    AnnaLucia
    http://annalucia.de/

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  3. danke für deinen interessanten Beitrag meine Liebe
    http://carrieslifestyle.com

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  4. Echt ein Themengebiet, vor dem ich immer wieder den Hut ziehen muss!
    Toll, dass du sowas durchziehst!

    Liebst, Colli
    gewinnt auf meinem Beautyblog ein großes Stylingpaket!

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