Faszination Marathon



Ich darf auch dieses Jahr erneut Botschaftler für den Köln Marathon sein. Mit dem Köln (Halb-)Marathon 2016 verbinde ich nur gute Erinnerungen: eine neue Bestzeit trotz aller Widrigkeiten (Erkältungen, 2 Tage Messearbeit und kaputter GPS Uhr) , neue, nette Leute kennengelernt und SPASS GEHABT. Meinen Bericht zu meinem Halbmarathon in Köln findet ihr hier.

Bis ich meinen ersten Marathon laufe, dauert es sicher noch einige Jährchen - laut meinem Trainer: "Wenn du einen Halbmarathon in 1.35 läufst, darfst du auch Marathon laufen." ;) Damit ihr aber auch auf meinem Blog "authentische" Marathonerfahrung findet, kommt hier ein Bericht meiner Lauffreundin zu ihrem ersten Marathon:
Zunächst etwas zu meiner Person. Mein Name ist ebenfalls Feli, und ich bin eine langjährige Lauffreundin von Feli. Ich laufe seit etwa 6 Jahren, aber erst seit einem Jahr etwas ambitionierter. Nachdem ich letztes Jahr im März mit Feli den Halbmarathon in Frankfurt gelaufen bin, bekam ich Lust auch mal einen Marathon zu laufen. Marathon- das war für mich ein bis dahin scheinbar unerreichbares Ziel. Aber wieso eigentlich nicht ? Man muss die 42,195 km ja nicht vorher gelaufen sein und 30km schienen mir durchaus „machbar“. Verletzungsbedingt wurde es dann aber erst der Rügen-Brücken-Marathon im Oktober. Ich habe lange überlegt ob Rügen oder Frankfurt und mich dann für den kleinen Landschaftsmarathon auf Rügen entschieden. Mein Training war- naja nicht ganz so durchdacht. Ich habe im Vorfeld gemerkt das es mir nicht so liegt nach einem Trainingsplan zu trainieren- man das aber für gute Ergebnisse sicherlich tun müsste. Aber für den ersten Marathon zählt ja bekanntlich nur das Ankommen. Morgens um halb 7 klingelte mein Wecker. Die Startunterlagen hatte ich vorbildlich am Abend zuvor abgeholt. Um 9 war der Start und mich beschäftigte am meisten die Frage „Was ziehe ich an?“- für einen Lauf bei 6 Grad und Regen. Ich entschied mich schließlich für eine relativ dünne lange Laufhose und relativ dünne, sehr leichte Windjacke, die man nicht wirklich als regendicht bezeichnen konnte. Ich beschloss entgegen vieler Ratschläge, mit Handy und Musik zu laufen, da ich ein bisschen Angst hatte, dass mir auf den 4-5 Stunden langweilig werden könnte. Meine Zeitvorstellung lag so bei 4 Stunden 30 Minuten. Noch vor Ende des ersten Kilometers ging meine Musik aus und ich verspürte in den nächsten 4 Stunden trotzdem kein einziges Mal so etwas wie Langeweile. 9 Uhr- Startschuss. Und ich lief viel zu schnell los -4,50 auf den ersten Kilometer. Aber es hat einfach Spaß gemacht mit der Gruppe mitzulaufen. Und bis zur Rügenbrücke fühlte es sich auch nicht nach Anstrengung an. Ab Kilometer 5 dann allerdings schon, einerseits die Steigung der Brücke, andererseits die Windverhältnisse auf der Brücke und natürlich der Regen. An sich hätte man wahrscheinlich eine schöne Aussicht von der über 4km langen Rügenbrücke gehabt allerdings sah man aufgrund der Wetterverhältnisse quasi nichts. Es dauerte verhältnismäßig lange bis zum ersten Verpflegungsstand bei Kilometer 8. Genau hier beging ich meinen ersten Fehler bei dem Lauf- ich lies mir viel zu heißen Tee geben- weil mir trotz einiger gelaufenen Kilometer gerade durch den Wind viel zu kalt war. Den Tee schüttete ich mir dann versehentlich auch erst mal über. Danach war mir aber den ganzen Lauf über nicht mehr kalt. Was vermutlich nicht am Tee, sondern an dem Streckenverlauf lag, der nun durch geschütztere Ortschaften verlief anstatt über die offene Ostsee. Ich lief die nächsten 7 Kilometer hinter einem Pärchen, mit Trail Rucksäcken, sehr knalligen pinken Kompressionssocken, dazu farblich passenden Regenjacken, grünen kurzen Hosen sowie gleichfarbigen Halstüchern, her. Ich überholte sie zweimal, einmal bei einer Pinkel-Pause des weiblichen Teils und einmal bei einer gemeinschaftlichen Müsli-Riegel-Pause der Beiden – Ja sie blieben dafür stehen. Nun verlief die Strecke aus den geschützten Ortschaften heraus hin zum Meer. Es erinnerte mich einfach nur an Urlaub und ich lief eine ganze Weile ohne darüber nachzudenken was ich hier grade tue, bis ich relativ überraschend und unsanft von einem sehr dicht an mir vorbei fahrenden Postauto überholt wurde. Das passierte mir im weiteren Verlauf noch vier Mal. Es verhielt sich mit der Streckenabsperrung etwas anders als bei einem Großstadtlauf. Wir liefen nun wieder etwas ins „Inselinnere“ Richtung Wendepunkt. Beim Wendepunkt griff ich dann zu einem Stück Banane und traute mich ein zweites mal an den Tee- diesmal lies ich ihn mir aber nicht geben, sondern nahm mir einen von denen die da hoffentlich schon eine Weile standen- lang konnte es bei den Temperaturen schließlich nicht dauern bis sie eine halbwegs angenehme Trinktemperatur erreicht hatten. Beim Zurücklaufen jubelte mir eine Läuferin aus der anderen Richtung entgegen „Super elfte Frau-weiter so“- Ich freute mich erstmal, bevor ich drüber nachdachte, elfte von wievielen überhaupt ?! (Mittlerweile weiß ich, es waren um die 50 von etwa 200 Startern). Bei Kilometer 30 überholte ich ein ziemlich leidend aussehendes Männer-Duo und gab zu meinem Erstaunen den Satz „Auf weiter-ihr schafft das!“ von mir. Ab jetzt wartete ich jeden Kilometer auf den „Mann mit dem Hammer“ Spätestens bei Kilometer 34 wusste ich „ok so weit bis du noch nie vorher gelaufen- irgendwann musst du doch jetzt einbrechen“. Aber es machte noch Spaß das lag vielleicht auch daran, dass es ab Kilometer 30 nicht mehr regnete und sogar sowas wie Sonnenstrahlen zu spüren waren. Ich lief allerdings auch wesentlich langsamer als am Anfang, und der Versuch das Tempo anzuziehen missglückte. Spätestens als ich merkte unter 4 Stunden klappt jetzt eh nicht mehr, war es mir auch wirklich egal. Ich war eigentlich davon ausgegangen, dass wir auch über die Rügenbrücke zurücklaufen, aber der Rückweg führte über die „kleine Rügenbrücke“, was mich ein wenig verwirrte. Bei Kilometer 38 wurde ich von einem Mann gefragt ob denn der Streckenverlauf so wie in den letzten Jahren sei- ich antwortete „Keine Ahnung- ich lauf hier zum ersten Mal“ und ihm fiel nichts Besseres ein als zu fragen „Und wie gefällt es ihnen so?“ und so unterhielt ich mich ein wenig mit ihm, die Zeit war mir ja mittlerweile eh egal. Aber spätestens da wusste ich- ich hätte wahrscheinlich noch schneller laufen können. Den letzten Kilometer strengte ich mich dann aber doch nochmal an. Gerade drohte mich nämlich eine Frau zu überholen. Aber schließlich gelang es mir dann doch als elfte Frau ins Ziel zu laufen. Und mein größtes Problem war-Hunger. Mit der Zeit von 4.07, war ich völlig zufrieden und ich hatte den gesamten Lauf über keine Schmerzen und kein offensichtliches „Mann mit dem Hammer“- Gefühl. Nur das „Ich kann einfach nicht schneller“-Laufen-Gefühl. Aber das war ok- ich bin froh, dass ich meinen ersten Marathon gelaufen bin- und freue mich schon auf den nächsten. 






Wenn du deinen ersten Marathon planst und das erste Mal in Köln laufen möchtest, kannst du mir gerne eine Mail an moderationisthekey@gmx.de schreiben und dir einen Gutscheincode für einen vergünstigten Startplatz sichern.

Witzige Pre-Marathontipps findet ihr bei Runskills und meine liebste Pre-Wettkampfpackliste ist und bleibt die von GoGirlRun.


Kommentare :

  1. Ihr beide seid wahnsinnig - im positiven Sinne 😄 Ich fand es wirklich spannend den Bericht aus erster Hand zu lesen, denn wenn ich ehrlich bin, werde ich diese Erfahrung wohl selbst nie machen 😄 Mir kommen 30 Minuten auf dem Laufband schon vor wie eine Ewigkeit. Da habt ihr für volle 4 Stunden meinen absoluten Respekt!

    Liebe Grüße
    Stephi von http://stephisstories.de

    AntwortenLöschen
  2. Sehr cool :) Ich nehme mir auch schon seit langem vor, regelmäßig Laufen zu gehen. Aber so lange zu laufen, finde ich echt wahnsinnig! Ich hab echt Respekt vor so einer Leistung!

    Ich wünsche euch ein schönes Wochenende,
    ganz liebe Grüße
    AnnaLucia - http://annalucia.de

    AntwortenLöschen
  3. ich bin leider noch nicht so weit, bin aber von deiner Motivation fasziniert :)



    Liebste Grüße | paapatya | www.paapatya.blogspot.de

    AntwortenLöschen