10 Dinge, die ich in meinen 23 Lebensjahren gelernt habe




Gestern wurde ich 23 Jahre alt - Zeit, ein bisschen auf mein Leben zurückzublicken und euch über Dinge zu berichten, die ich in meinen 23 Lebensjahren gelernt habe. Dieser Post ist sehr persönlich und ich hoffe, euch gefällt diese Art von Beitrag.




1. Sei gut zu dir selbst
The only person that can save you - is you. Ich habe mich lange Zeit wie mein eigener Gegner verhalten, meinen Körper mit zuviel Bewegung und zuwenig Essen und meinen Geist mit zuviel Lernen und Belastung und zu wenig Entspannung und Schlaf gequält. Und wofür? Meistens erreicht man mehr, indem man sich mehr erholt. Mehr regeneriert. Auch einmal eine Pause macht, um danach wieder voll durchzustarten. Du bist die wichtigste Person, die du in deinem Leben hast. Sei gut zu dir selbst. Kümmere dich so um dich, wie du dich auch um deine Liebsten kümmern würdest. Nimm Rücksicht auf deine Gefühle und Empfindungen, höre auf dich und deinen Körper. Mach dich selbst nicht runter, sondern bau dich auf. Du kannst alles schaffen. 

2. Mach es einfach
Am Ende bereust du die Dinge, die du nicht gemacht hast. Direkt nach dem Abi angefangen zu studieren ohne ein Jahr im Ausland gewesen zu sein? Sich durch das Abitur durchgeprügelt zu haben, mit zu viel Lernen und Stress und zu wenig Zeit mit sich und seinen Freunden? Das sind Dinge, die ich bereue. Wie oft habe ich als Jugendliche auf Dinge verzichtet, weil ich sie als unvernünftig empfand. Dabei machen die unvernünftigen, spontanen Sachen soviel mehr Spaß als der zwanghafte Weg zum Ziel. Deine Klausur wird nicht besser, wenn du die Nacht vorher durchlernst, stattdessen kannst du auch Feierabend machen und den Abend mit deinen Freunden genießen um auf andere Gedanken zu kommen und dich bewusst zu ent-stressen.

3. Nimm dir nicht alles zu Herzen
Will this matter a year from now? Über die Frage denke ich des Öfteren nach, bevor ich etwas wieder zu persönlich nehme, mir ewig den Kopf darüber zergrübele oder mich von gewissen Dingen und Entscheidungen anderer Personen zu Boden ziehen lasse. Die meisten Dinge sind schon in einem Monat nicht mehr ganz so schlimm und dramatisch und selbst über schwere Trennungen oder zerbrochene Freundschaften kommt man in einem Jahr hinweg, die Zeit heilt eben doch alle Wunden, selbst wenn es im ersten Moment nicht so scheint. Ich persönlich bin ein Mensch, der sich sehr schnell alles zu Herzen nimmt und möchte daran arbeiten, manche Dinge entspannter und lockerer zu sehen.



4. Veränderungen sind normal und gut
Ich bin ein Mensch, dem Veränderungen schwer fallen. Ich brauche meine Routine, erlebe zwar gerne mal etwas was Neues, aber freue mich danach auf Altbewährtes zurück zu greifen - sei es mein Wohnsitz, meine Familie, meine Freunde oder eine Beziehung. Wenn ich mich auf einen Menschen einlasse, dann ganz oder gar nicht. "Nur mal ausprobieren" wird es bei mir nicht geben. Entweder ich mag dich und du bist ein Teil meines Lebens - oder du bist raus. Trennungen fallen mir schwer, ob von Partnern, Freunden oder meinen Eltern. Auch wenn ich mich scheinbar schnell auf eine neue Situation einlasse - so passiert das Ganze oft durchs Verdrängen. Ich setze mich gar nicht mit dem Verlust auseinander sondern fliege darüber hinweg - beschäftige mich soviel, dass ich nicht zum Nachdenken komme, verbiete mir bewusst Gedanken zu dem Thema und lenke mich ab. Dabei sind Veränderungen im Leben normal und positiv zu bewerten, ein neuer Job, ein neuer Wohnort, eine neue Beziehung bringen soviel neue, wunderschöne Aspekte in unser Leben. Man sieht die Blumen welken und die Blätter fallen, aber man sieht auch Früchte reifen und neue Knospen keimen. Das Leben gehört den Lebendigen an, und wer lebt, muß auf Wechsel gefaßt sein. - Goethe

5. Höre nur auf dich
Wenn es um dich geht, weiß kein anderer, was DIR gut tut, was DU möchtest und was DIR gefällt. Lass dir von keinem in dein Leben, deine Träume und deine Wünsche hineinreden. Alle Entscheidungen, die ich anderen Leuten überlassen habe, anstatt darauf zu hören, was für mich richtig ist (sei es eine wichtige Entscheidung oder etwas Banales wie eine neue Hose), habe ich im Nachhinein bereut. Vertraue dir und deinem Entscheidungsvermögen. Du weißt, was du möchtest und du kannst es erreichen.



6. Mach was du willst
Ich habe lange Zeit wenig auf mich und meine Wünsche Rücksicht genommen, mich zu sehr nach anderen Leuten gerichtet, ihre Vorlieben berücksichtigt und erfüllt. Dabei sind die meisten Menschen Egoisten, machen das, was sie wollen und nutzen dich als ihren Hilfsknecht schamlos aus. Mach das, was DU willst, im Nachhinein wirst du es bereuen, zu manchen Sachen, zu manchen Menschen ja gesagt zu haben und dich gerne umentscheiden. Und dazu ist es zu spät. Dinge, die du nur den anderen zuliebe machst, ohne auf dich und dein schlechtes Bauchgefühl zu hören, ist vergeudete Lebenszeit.  

7. Life happens offline
Gerade seitdem ich meinen Blog habe, man fast alles auf Instagram teilt und alles über das Leben fremder Menschen erfährt, finde ich es umso wichtiger, mehr Zeit offline zu verbringen. Stunden, in denen man bewusst sein Handy zuhause lässt, es bewusst weglegt und die Zeit mit anderen Dingen verbringt. Wie schön ist es, Erinnerungen an einen tollen Abend im Herzen zu haben, anstatt auf Instagram? Ebenfalls ein Grund, weshalb ich mich ua. von Snapchat als jetzt auch von Pinterest verabschiedet habe - manche Dinge sind einfach reine Zeitfresser. 

8. Das Leben ist nicht nur schwarz und weiß
Ich bin eigentlich ein typischer Schwarz - Weiß - Mensch und sehe schnell alles in diesen Kategorien. Etwas ist gut oder schlecht, weshalb ich mich darauf fokussiere, mehr die positiven Seiten in scheinbar negativen Ereignissen zu sehen. Ob das die Trennung von meinem Freund, ein kaputtes Handy oder Auto ist oder die Scheidung meiner Eltern. Jeder Niederschlag hat ihre positiven Seiten - und sei es auch "nur", dass du gestärkter aus ihm hervorgehst. 
Für mich gibt es entweder richtig oder falsch, wenn ich mich gesund ernähren möchte, habe ich lange Zeit auf alles negative verzichtet, mir immer mehr Lebensmittel verboten und als "schlechte" Lebensmittel gesehen, obwohl eine gesellige Pizza auch "gesund" im Sinne von ausgewogen sein kann oder Kohlenhydrate am Abend nicht per se schlecht sind, wenn du am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe einen Lauf planst ohne vorher frühstücken zu können - oder einfach, weil du Lust drauf hast. Ich kann dennoch gut und viel lernen, wenn ich einen Abend damit verbringe, statt vorm Schönfelder, mit meinen Freunden im Restaurant zu sitzen. Dieses Schwarz Weiß Denken kann ich langsam mehr und mehr abstellen.


9. Vertraue dir und deinen Stärken
Als Kind wurden mir lange Zeit alle Entscheidungen abgenommen, mir wurde vorgelebt, was ich machen sollte, wie ich mich verhalten sollte - zwar nur mit den besten Intentionen dahinter, jedoch habe ich verlernt, mir selbst zu vertrauen. Wie oft habe ich schon gehört "Du wärst so super in dem und dem, wenn du dir einfach selbst mehr zutrauen würdest". Das habe ich mir in den letzten Jahren bewusst zu Herzen genommen, Herausforderungen angenommen, die ich früher aus Angst vor Fehlschlägen abgelehnt hätte, auch wenn ich sie im Herzen gerne getan hätte. Eine Seminararbeit nicht zu schreiben, nur weil man dazu ein Referat halten muss = vor Menschen sprechen muss. Nicht mit mir. Auch wenn ich es nach und nach lernen musste, öffentlich vor Menschen zu sprechen, bin ich bei weitem nicht mehr so aufgeregt wie in der Schulzeit, wo jedes Referat oder Vortrag eine reine Qual waren. Als ich vor 3 Jahren für den Moot Court (eine gespielte Gerichtsverhandlung) im Staatstheater für die Rolle der Staatsanwältin vorgeschlagen wurde, habe ich lange mit mir gezögert - einerseits wollte ich es unbedingt machen, andererseits hatte ich auch wahnsinnige Angst vor dem Fernseher und den Zuschauern zu sprechen. Ich habe es gemacht und denke bis heute gerne an dieses Ereignis zurück. 


10. Du kannst der sein, der du sein willst
Passend zu Punkt 9: Mir wurde immer vorgelebt, ein strebsames, ruhiges Kind zu sein, mit außerordentlich guten kognitiven Fähigkeiten zu sein, aber auch unsportlich, zu Dicklichkeit neigend und unpraktisch zu sein. Während ich  in der Schule und in der Universität auf meine Fähigkeiten guten Gewissens vertrauen konnte, traue ich mir bis heute wenig Praktisches (Kochen, Aufbauen, Basteln, Auto fahren etc) zu und sehe mich oft noch als unsportliches, pummeliges Mädchen von früher. Dass ich heutzutage sehr viel Sport treibe, gar keine so schlechten sportlichen Leistungen erbringe und einen durchtrainierten Körper habe, damit hätte ich früher niemals gerechnet. Natürlich ist überall noch Luft nach oben, aber ich hatte quasi eine 180° Verwandlung von "Bewegung ist mir zuviel, ich habe schon keine Lust auf Spazierengehen, Schulsport ist anstrengend, in meiner Freizeit laufen gehen- undenkbar?" zu "Es zieht mich nach draußen, ich will mich bewegen und auspowern, Wettkämpfe machen mir Spaß". Und ihr könnt das auch. Wir können sein, wer wir immer sein wollen. Lasst euch von niemanden einreden, dass ihr das nicht packt!




Kommentare :

  1. Das sind 10 überaus wichtige und tolle Punkte, die Du da rausgesucht hast. An vielen dieser punkte arbeite ich - trotz ein paar Jahren mehr auf dem Buckel - bis heute noch ;)Aber wie heißt es so schön: one stap at a time

    Liebste Grüße,
    Sarah <3

    www.eattraincare.com

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  2. "Nimm dir nicht alles zu Herzen" ist ein guter Punkt. Um den zu verinnerlichen habe ich ein Weilchen gebraucht. Manchmal muss ich mich aber auch heute noch daran erinnern, dass einem auch mal etwas am Popo vorbeigehen darf ;)
    Viele Grüße
    Anni

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  3. Erstmal: Herzlichen Glückwunsch nachträglich :)
    Am besten gefällt mir der Punkt: mach es einfach. Auch ich habe lange Zeit nicht das gemacht, was ich wirklich wollte. Ich wollte beispielsweise nach dem Abi ins Ausland, hab es aber aus finanziellen Gründen nicht gemacht. Jetzt bin ich am Ende meines Studium und habe den "schweren" Schritt gewagt: Ich mache jetzt für knappe fünf Monate ein Praktikum in Malta. Klar, ist es nicht das, was ich damals nach dem Abi gemacht hätte, aber trotzdem ist es meine jetztige Art und Weise, mit meinen Wünschen umzugehen.
    Ich glaube man kann als schönes Fazit aus deinem Beitrag ziehen: Gestalte dein Leben so, wie du es möchtest, und lass dir von niemanden darein reden!

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  4. Du hast sowas von recht meine Liebe :)

    XXX,



    Wiebke von WMBG



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  5. ahhh so schöne punkte und jaaaaa du kannst der sein der du willst :)
    glg katy

    www.lakatyfox.com

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  6. Ich finde den Post wundervoll und kann dir auch in jedem einzelnen Punkt zustimmen!

    Liebe Grüße <3
    Julia

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