MODERATION IS THE KEY













Mein Instagramaccount wurde von moderationisthekey zu felinipralini – und damit persönlicher, nicht nur ein reiner Sport-& Foodaccount, sondern auch ein bisschen Feli: Mein Studium, mein Alltag, meine Freundschaften, meine Reisen. Dennoch vertrete ich immer noch das „Motto“: Moderation is the key. Weil ich selbst ganz groß dabei bin, mich mit vielen Dingen sehr zu stressen und mich unter Druck zu setzen und ihnen damit einen höheren Stellenwert in meinem Leben einzuräumen als sie es verdient haben. Natürlich ist es wichtig, einen gewissen Fokus im Leben zu haben, Ziele, die man anvisiert, aber man sollte sich selbst dabei nicht vergessen. Ich habe es schon geschafft, mein ganzes Leben auf bestimmte Themen auszurichten: Essen und Abnehmen; mein Studium, mein Sport etc. Je mehr ich mich auf nur eine Sache fokussiere, desto mehr setze ich mich unnötig unter Druck, bin unzufrieden mit den Dingen, die ich erreiche und möchte immer nur mehr. Andere Bereiche vernachlässige ich dann schnell vollkommen.
Versteht es nicht falsch – natürlich ist mir mein Studium sehr wichtig und belegt Nummer 1 meiner Prioritäten. Aber es ist nicht mehr meine einzige Priorität. Genauso wichtig ist es mir, auch mal Feierabend machen zu können, Zeit mit meinen Liebsten zu verbringen und an der frischen Luft zu sein. Es gab Zeiten, in denen ich nur gelernt und geschlafen habe – und ab und an etwas gegessen. Die ersten 3 Semester habe ich in einer Art „Ausnahmezustand“ verbracht und wirklich vor Augen geführt hat es mir meine Mum, die meinte: „Feli, du musst noch einige Zeit bis zum Examen durchhalten. Dieses Pensum kannst du nicht durchhalten. Schalte einen Gang zurück und gib dann in der Examensvorbereitung lieber 100% als dich jetzt mit 110% zu quälen und zu verausgaben“. Denn viel nützt nicht immer viel. Durch den ständigen Schlafmangel war ich unausgeruht, ich habe mich sehr unausgeglichen ernährt, entweder viel zu viel gegessen oder stundenlang gar nichts. Mit sehr guten Leistungen war ich nicht zufrieden, sondern wollte mehr Punkte und wurde immer fahriger.
Ich bin perfektionistisch veranlagt, keine Seltenheit heutzutage. Ich möchte mein Studium nicht irgendwie nebenher irgendwie bestehen, sondern ein gutes Examen ablegen. Ich möchte nicht nur ein bisschen für mich durch die Gegend joggen, sondern Wettkämpfe bestreiten und mich verbessern. Bevor ich das nicht schaffe, mache ich es lieber erst gar nicht.
Wenn ich etwas machen möchte, möchte ich es richtig machen – don't halfass anything. Ob es mein Studium, meinen Job, meine Freundschaften oder auch den Sport betrifft. Wenn ich mich zu einem Wettkampf anmelde, möchte ich auch richtig gut vorbereitet sein, meinen Trainingsplan durchziehen und den Wettkampf meinen Vorstellungen entsprechend beenden.
Wenn ich eine Klausur über Baurecht schreibe, möchte ich mich mit der kompletten Materie „Baurecht“ befassen und nicht nur mit den vom Professor eingegrenzten Themen – lieber fange ich früher an und arbeite das komplette Lehrbuch durch, bevor ich die Kapitel auslasse, die eh nicht in der Klausur vorkommen.

Jedoch überfordere ich mich mit diesem Verhalten oft selbst und setze mich unnötig unter Druck.
Wenn ich einen 8km Lauf in der HM – Vorbereitung ausfallen lasse und nur 6 km laufe, wird das keinerlei Ausschlag auf mein Endergebnis haben. Für mich bedeutet aber der Ausfall eines Laufes ein persönliches Versagen, ich habe ein schlechtes Gewissen und fühle mich, als ob ich mein angestrebtes Endergebnis nicht erreiche – obwohl ich objektiv weiß, dass dieser eine Lauf keinen Ausfluss auf den Wettkampf in 10 Wochen hat. Dasselbe gilt mit Klausuren – wenn ich weiß, dass ich in einem Monat eine Klausur schreibe, möchte ich mich ordentlich dafür vorbereiten. Feiern gehen und am nächsten Morgen ausschlafen und den Tag mit Nichtstun vertrödeln gibt es nicht – das kann ich auch nach der Klausur mache. Denn wenn es soweit kommt, habe ich Schuldgefühle, zweifle an mir selbst obwohl ich weiß, dass diese 6 Stunden Lernen bei ausreichender Vorbereitungszeit ebenfalls keinen Einfluss auf das Ergebnis haben solange dies nicht zur Routine wird.

Mein Perfektionismus steht mir oft selbst im Weg. Wie oft habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich im Ergebnis besser bin, wenn ich ausreichend schlafe, regeneriere und bewusst entspanne. Keiner kann 365 Tage im Jahr um jede Uhrzeit 100% funktionieren. Das ist mir in den letzten Jahren bewusst geworden, weshalb ich immer mehr auf Ruhe, Entspannung und Ausgeglichenheit achte. Genauso wenig wie ein Keks meine Figur zerstört, wird ein nachmittagliches Kaffeedate mit meiner besten Freundin meinen Lernplan ruinieren. Stattdessen werden mir diese Pausen dabei helfen, fokussiert an meinen Zielen zu arbeiten.

Natürlich gehört zum Perfektionismus eine gewisse Veranlagung dazu. Es gibt genug Menschen, die mehrere Dinge parallel gemeistert bekommen, ohne sich dafür zu kasteien, wenn sie eine Sache nur 70% und nicht 100% meistern. Ich erkenne diese Veranlagung in mir und versuche, vorzubeugen. Beispielsweise werde ich mir nächstes Jahr keinerlei sportlichen Ziele wie dieses setzen – was nicht bedeutet, dass ich das ganze Jahr keinen Sport treibe, jedoch möchte ich mich nicht mit irgendwelchen erwarteten Wettkampfergebnissen unter Druck setzen, sondern lieber frei für mich trainieren und aus Spaß mal bei einem 10km Lauf, Sprinttriathlon etc teilnehmen.
Denn ich brauche meine ganze Kraft und Energie für meine Examensvorbereitung, die im März startet. Jeder, der Jura studiert, weiß, was für ein Brocken mich erwartet und auch wenn ich mich (noch ;)) auf die Zeit freue, mache ich mir keine falschen Vorstellungen davon, wie anstrengend es wird. Und dann kann ich nach dem fünfstündigen Klausurenschreiben jeden Samstag nicht noch ein schlechtes Gewissen gebrauchen, weil ich meinen Trainingsplan nicht 1:1 eingehalten habe.

Als kleine Selbstoptimiererin lese ich sehr gerne Bücher zu den entsprechenden Themen. Welche Bücher mir persönlich weitergeholfen haben, findet ihr hier: 





Das Buch des Psychiaters Peseschkian hat mir persönlich schon sehr viel weitergeholfen. Mir gefallen die buddhistischen Gleichnisse besonders gut.



Diese großartige Buch hat mir Paula von Laufvernarrt geschenkt und ich habe es einfach nur verschlungen - meine kleine Bibel. 



Zum Thema Intuitiv Essen habe ich hier schon einmal einen Beitrag geschrieben.




The Secret habe ich zuerst erst voller Misstrauen gelesen, nachdem unzählige Blogger davon  geschwärmt haben. Auch wenn ich nicht jede Geschichte glauben kann, habe ich selbst schon viele positive Erfahrungen mit einer positiven Lebenseinstellung gemacht.




Das Buch habe ich einmal von meinem Papa bekommen und es gefällt mir pragmatischen Menschen sehr gut. Schön finde ich es, wie jeder Lebensabschnitt unterteilt ist. - Ein Buch für Menschen, die ihr Leben auf die Reihe bekommen wollen ;) 



Diese beiden Bücher habe ich bei Urban Outfitters entdeckt - englische Selbsthilfebücher, die definitiv humorvoller geschrieben sind als die deutschen Verwandten ;) 

Bilder - Britta

Kommentare :

  1. Dein Motto ist echt ein schönes und wichtiges - was ich mir auch immer wieder vor Augen führen musst.
    Früher was es bei mir auch so, dass ich alles immer mit 100% wollte - vor allem in der Schule.
    Jetzt muss ich langsam meinen Weg finden, um meine geliebten Spaziergänge, den Blog, die Hochschule, das Arbeiten und meine Freunde unter einen Hut zu bekommen - aber ich werde zum Glück immer besser :)
    Jetzt müsste ich nur noch wieder mit dem Reiten beginnen, denn das habe ich aufgegeben, als ich die Zeit für ein eigenes Pony nicht mehr hatte. Wenn ich reite, will ich nämlich mich komplett auf das Tier einlassen und es versorgen... und von dem Gedanken sollte ich mich verabschieden, damit ich nicht vollkommen aus der Übung bin, wenn ich wieder Zeit für ein Pony habe ;)

    Liebe Grüße und viel Erfolg mit dem Examen!

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  2. <3 Toll geschrieben! Oft vergessen wir vor lauter Selbst-Optimierungszwang auch mal einfach realistisch zu bleiben. Man kann einfach nicht alles super-toll und 100%ig können. Muss man ja auch nicht. Aber wenn man Prioritäten setzt, schafft man es vielleicht wenigstens in den paar ausgewählten Bereichen alles zu geben!!

    Liebste Grüße,
    Sarah

    www.eattraincare.com

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  3. Toller Beitrag, mir geht es leider auch oft im Sport so.
    Ich ärgere mich wirklich wenn ich eine längere Zeit krank bin und nicht an meinen Zielen arbeiten kann.
    Aber ich nehme mir deinen Beitrag sehr zu herzen und hoffe dass sich meine Sicht ein bisschen ändern kann :)

    Liebe Grüße,
    Elena

    www.trainhard-eatwell.com

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