Meine Ernährungsumstellung




Auf Instagram habe ich euch bereits davon berichtet, dass ich letzte Woche bei der Ernährungsberatung war, daraufhin haben einige mich  gebeten, darüber einen ausführlicheren Post zu schreiben. - HIER IST ER ;)

1. Warum war ich überhaupt bei der Ernährungsberatung?
Ich hatte einige Jahre starke Probleme mit dem Essen - Ich mag das Wort Essstörung zwar überhaupt nicht, aber genau das war es. Ich möchte auch persönlich überhaupt nicht weiter darauf eingehen, warum, wieso, weshalb auch wenn ich hier schon einige Dinge über Prävention geschrieben habe: Essstörung - bin ich betroffen?
Auch wenn das Ganze jetzt schon mehrere Jahre her ist (am schlimmsten war wohl 2012) und ich mich definitiv nicht mehr als essgestört beschreiben würde - und Menschen, die mich tagtäglich erleben, definitiv auch nicht, bleibt bei jeder Essstörung etwas zurück, was uns daran hindert, ungezwungen und "intuitiv" zu essen. Mir fällt es teilweise immer noch schwer, Maß zu halten, sodass ich mir oft viel zu viel esse und dann ein schlechtes Gewissen deswegen habe, obwohl mein Körper danach verlangt. Ein normales Hungergefühl hat man sich jahrelang abtrainiert und Hunger einfach verdrängt, sodass der Hunger jetzt, nachdem man nach und nach gelernt hat, wieder auf seinen Körper zu hören, übermächtig ist. Mehrere Freundinnen, die ähnliche Probleme wie ich haben haben meine Aussage bestätigt, dass ein leichtes Hungergefühl bei ehemals "Essgestörten" Überhand greift und alles andere in den Hintergrund stellt. Ich kann unter Hunger gar nichts mehr machen - früher hätte ich gedacht: "Ach, dann geh ich erst eine Runde laufen und esse danach", heute muss ich etwas essen, um denken und funktionieren zu können, weshalb ich immer etwas zu essen dabei habe. Es fällt mir unglaublich schwer, die richtigen Lebensmittel und Mengen für mich herauszufinden, sodass ich meistens zu viel oder zu wenig, zu einseitig oder zu gesund / zu ungesund esse. Deswegen wollte ich - anstatt mich auf all die Fitnessbloggergurus zu verlassen, die ihre perfekte Ernährung gefunden haben, mich lieber auf professionelle Hilfe verlassen. 



2. Was erwartet mich dort?
Zu meiner Ernährungsberaterin muss man dazu sagen, dass sie auch Osteopathin und Heilpraktikerin ist und damit eher alternative Ansätze vertritt. Ich bin mit ihr als meiner Osteopathin des Vertrauens jedoch unendlich glücklich, weshalb ich gerne ihr Angebot zur Ernährungsberatung annahm. Meine Vorurteile (ja, ich gebe zu, ich hatte sie), dass sie mir direkt zur veganen Ernährung raten würde, konnte ich direkt ablegen. Sie rat mir persönlich von einem strikten Essensplan ab und unterteilte stattdessen die Lebensmittel in 1. Lebensmittel, die dem Körper gut tun; 2. Lebensmittel, die dem Körper schaden; 3. Lebensmittel,  die dem Körper weder gut tun, noch schaden. 
Bei einer anderen Ernährungsberaterin würde man gegebenenfalls auch einen strikten Ernährungsplan bekommen, den man wöchentlich besprechen würde. Mit meiner Vorgeschichte ist Kalorien und Makros zählen jedoch der falsche Weg und Ansatz. Zudem wurde ich gewogen und vermessen und es wurden Ziele definiert. Mein Hauptziel ist definitiv nicht der Gewichtsverlust (auch wenn es nett wäre, noch 5 Kilogramm unten zu haben), sondern eine gute Beziehung zum Essen, meinem Körper ohne zu hungern oder meinen Körper durch das falsche Essen zu schädigen. Es kommt immer auf EUCH an, was ihr mit einer Ernährungsberatung erreichen wollt. Vielleicht denkt ihr auch: "Humbug, kann ich mir alles im Internet anlesen." - Ich denke, es ist von jedem die eigene Entscheidung, Hilfe anzunehmen oder sich selbst das Wissen anzueignen. Mich hat die Flut von Wissen und Halbwissen, die sich im Internet findet, immer total überfordert, sodass ich nie wusste, was denn das Richtige für MICH PERSÖNLICH ist. In meinen Augen ist es entscheidend, dass jeder Mensch anders ist. Was für den einen funktioniert, muss für den anderen nicht das Wahre sein, weshalb ich hiermit auch Abstand davon nehme, irgendjemandem eine Ernährungsform aufzudrücken, die nicht zu ihm passt.


3. Wie soll ich mich ernähren?
Grundregeln für die Ernährung sind folgende:

  • Fühle immer in deinen Körper hinein. Was braucht er? Ist er satt? Hat er Hunger oder Lust?
    Auch aus Lust essen okay, da dies signalisieren kann, dass deine Seele das Stückchen Schokolade jetzt braucht. Kasteie dich nicht!
  • Wenn es sich leicht anfühlt, ist es richtig. Wenn sich etwas schwer anfühlt, lass es. Wenn ich mit irgendetwas davon überhaupt nicht zurecht komme (ich fürchte, mit dem Verzicht von Kuhmilch im Kaffee - ein Update folgt, heute ging es), sollte ich es lassen und das machen, was leicht von Hand geht, anstatt mich zu Pflanzenmilch im Kaffee zu zwingen und damit den Genuss am Kaffee zu verlieren.
  • Das Maß macht es - es ist nicht schlimm, einmal zu einem Lebensmittel zu greifen, was dem Körper nicht so gut bekommt zB Kuhmilch, wenn dies die Ausnahme bleibt. Und es wird immer Wochen geben, in denen man sich gesund oder weniger gesund ernährt. = Kein Stress mit der Umstellung. Es muss nicht alles 100% durchgezogen werden, lieber 80-90% und das zufrieden.

Generell gibt es für sie 3 Kategorien von Lebensmitteln:
 1. Lebensmittel, die dem Körper gut tun:
  • ABWECHSLUNG (kein Lebensmittel, aber Abwechslung in der Ernährung ist laut meiner Osteopathin das A und O)
  • tierisches Eiweiß (auch wenn sie sich vegan ernährt, vertritt auch sie die Auffassung, dass wir tierisches Eiweiß gut aufnehmen und vertragen, solang es nicht zu fett ist): gesundes Fleisch, bei dem man weiß, wo es her kommt; Fisch, Eier.
  • pflanzliches Eiweiß: zB Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Linsen, Erbsen, Quinoa), Tofu, Soja etc
  • Kohlenhydrate: Vollkorn, Dinkel, Roggen, Ahornsirup, Honig, Agave, Naturreis, Kartoffeln, Gemüse, Obst
  • Ballaststoffe in Form von Körnern, etc.


 2. Lebensmittel, die dem Körper schaden:
  • (Kuh-) Milchprodukte 
  • Weizenmehl
  • raffinierter Zucker
  • Konservierungsstoffe
  • fettes, ungesundes und schlechtes Fleisch


3. Lebensmittel,  die dem Körper weder gut tun, noch schaden. 
  • Schaf- und Ziegenmilchprodukte
  • Butter
  • Rohrohrzucker
  • Basmatireis



4. Was bedeutet das für mich? 
Als Einstieg werde ich das 8 wöchige Leberreinigungsprogramm von Dr. Sandra Cabot (siehe hier*) machen, welches mir in der Osteopathiepraxis schon mehrere Male empfohlen wurde, damit meine Organe besser "miteinander arbeiten". Ich trinke meistens so wenig Alkohol dass ich die Male, die ich in 12 Monaten betrunken war, an ein bis zwei Händen abzählen kann, weshalb meine Leber nicht durch Alkohol geschädigt wurde - für die, die das jetzt denken. Ich habe weder schlechte Leberwerte , noch eine Fettleber, sondern nutze das Programm als "Einstieg" meiner Ernährungsumstellung. Wen das Buch interessiert, darf mir gerne in den Kommentaren oder bei Instagram schreiben, dann schreibe ich gerne noch eine ausführlichere Rezension.

Generell werde ich euch in ein paar Wochen ein kleines Update meiner Ernährungsumstellung schreiben und euch auf dem Laufenden halten, wie ich mit dem Verzicht von Milch, Joghurt und Käse so klar komme - ich glaube, das ist der schwierigste Part :)

Was haltet ihr davon? Schreibt mir gerne eure Meinung in die Kommentare. 




Outfit:
Wedge Sneaker: Buffalo 
Hose: Skinny Jeans von H&M
Pullover: Wollpullover von Reserved aus Stuttgart
Jacke: Zara
Tasche: Boutique Belgique (Köln)


Kommentare :

  1. Suuuper Feli! Freu mich schon auf deine Erfahrungen und Erlebnisse! ����lg Lydia

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  2. Ich finde das Ganze super interessant und bin total gespannt, wie sich deine Ernährungsumstellung entwickelt! Vor allem, wie du ohne Milchprodukte klar kommst und ob du dafür eventuell Ersatzprodukte findest? Ich wollte vor allem wegen meiner Haut zeitweise auf Milchprodukte verzichten, aber scheitere dann doch immer wieder bei Käse oder der Milch im Kaffee. Hafermilch ist nämlich schön und gut, aber sie hält sich geöffnet nur vier Tage im Kühlschrank – bisher musste ich jedes Mal so viel wegschmeißen, so dass ich wieder auf Kuhmilch zurück gegriffen habe. Super schöne Tasche by the way! :) xx

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