Essstörung - Bin ich betroffen?


Hallo zusammen,
Eigentlich wollte ich niemals so persönlich über dieses Thema schreiben, aber ich merke immer mehr und mehr, wieviele junge Mädels sich an der Grenze zu oder in einer Essstörung befinden. Eine Essstörung ist kein Spaß, es macht keinen Spaß, nichts zu essen und immer dünner zu werden und ist definitiv nicht auf die leichte Schulter zu nennen. Gerade in unserer heutigen Gesellschaft erkranken immer mehr Menschen an einer Essstörung (2012 litt jedes 4. Mädchen an einer Essstörung und die Tendenz dazu ist steigend) - wem diese Entwicklung geschuldet ist, lässt sich pauschal nicht  sagen (die Krankenkassen machen "eine nach Perfektion strebende Körperkultur der Gesellschaft mit Magenwahn und Model-Castingshows verantwortlich), meiner Meinung nach tut der ständige Vergleich mit anderen durch diverse soziale Medien sein Übriges.

Gerade auf sozialen Medien treiben sich soviele Accounts mit Essproblematiken herum.  Ich bin keine Ärztin oder Psychologin und studiere kein Medizin und möchte keinem von euch eine Essstörung diagnostizieren, aber ich bekomme soviele Nachrichten von euch, die mir ihr Leid klagen und würde euch gerne die Augen öffnen und helfen. Doch wirklich raus kommt nur, wer raus will. Ihr müsste euch selbst helfen wollen. Keine Therapie der Welt schlägt an, wenn ihr weiterhin so leben wollt, hungern wollt, dünner werden wollt und euch nach und nach den Weg ins Grab schaufelt.
Und die Genesung ist ein langer Weg. Viele vertreten die Meinung, dass man nie wirklich geheilt ist. Ich sehe das durchaus differenzierter, jedoch stimmt es, dass jederzeit die Gefahr eines Rückfalls besteht. Wer einmal in einer Essstörung "gefangen" ist, kommt dort nicht so schnell wieder hinaus. Magersucht zählt bei Mädchen und Frauen zwischen 15 und 24 zu den häufigsten Todesursachen.

Im Internet wird die Essstörung oft verherrlicht oder normalisiert. Instagramaccounts, die nur 1000 Kalorien am Tag essen, Angst vor der Waage, Angst vor Kohlenhydraten und dem Zunehmen haben sind normal - werden idealisiert. Denn nicht nur Magersucht, Bulimie und Binge Eating sind Essstörungen - auch Orthodoxie gehört heutzutage fest dazu.

Auch ich habe damals leichtsinnig meine Gesundheit aufs Spiel gesetzt und kann mehr als froh sein, dort einigermaßen unbeschadet wieder herausgekommen zu sein. Doch unter einigen Spätfolgen leide ich noch heute. Viele verkennen die Gefahr, die Essstörungen mit sich führen. - Nicht nur die Periode bleibt aus, Magersucht kann zu Unfruchtbarkeit führen, zu chronischenMagen-, Darmbeschwerden, Herz-Kreislauf-Störungen, Osteoporose, organische Schäden und auch Panikattacken und Depressionen.

Wie bereits gesagt, bin ich bloß ehemalige Betroffene und keine Fachkraft. Dennoch wollte ich euch ein bisschen für dieses Thema sensibilisieren und euch erste Warnzeichen geben, die auf ein gestörtes Verhältnis zum Essen hindeuten können:
  • Dein Gewicht und das Thema "Ernährung" bestimmt dein Leben, du denkst ständig daran und planst dein ganzes Leben darum.
  • Du isst nicht, um deinen Hunger zu stillen, sondern um auf Gefühle (Frust, Stress, Ärger, Traurigkeit, Langeweile) zu reagieren
  • Du hast ein schlechtes Gewissen, wenn du vermeintlich ungesund oder zuviel gegessen hast und ekelst dich vor dir selbst
  • Du unterdrückst deinen Hunger, achtest nicht mehr auf deinen Körper sondern isst nur noch wenn du "musst" oder es dir dein Plan vorgibt
  • Du verheimlichst vor Freunden und Familien dein Essverhalten, versteckst Essen auf dem Teller, schmeißt Essen weg und lügst, um die Nahrungsaufnahme zu vermeiden.
  • Du lässt öfters Mahlzeiten ausfallen, um nicht Essen zu müssen oder weil du meinst, bei der vorherigen Mahlzeit zu viel gegessen zu haben
  • Du trackst grammgenau jede Kalorie und jeden Makronährstoff und machst dich selbst fertig, wenn du über deine geplante Kalorienzufuhr kommst
  • Deswegen kennst du auch die Nährwerte und Kalorien von allen Lebensmitteln auswendig
  • Du ekelst dich vor gewissen Lebensmitteln
  • Du isst nicht intuitiv das, auf was du gerade Appetit hast, sondern überlegst vor jedem Essen, ob du es jetzt essen "darfst"
  • Du übergibst dich nach dem Essen oder benutzt Abführmittel weil du vermeintlich zu viel gegessen hast
  • Du wiegst dich übermäßig viel und verteufelst dich, wenn du nicht abnimmst
  • Du schaust dich übermäßig viel im Spiegel an und fühlst dich fett und ekelhaft, obwohl dir immer mehr Menschen versichern, wie dünn du geworden bist
  • Machst du Sport um dir das Essen "zu erlauben"? Hast du ein schlechtes Gewissen, wenn du einmal keinen Sport gemacht hast und dennoch normal gegessen hast?
  • Bist du der Meinung, dir nur durch Sport das Essen zu verdienen? 

All diese Punkte sind Warnhinweise, die auf ein gestörtes Verhältnis zum Essen deuten. Wenn du dich in einigen Punkten wiederfindest, solltest du dir dringend Hilfe suchen. - Das ist ein gut gemeinter, persönlicher Rat. Eine Essstörung ist niemals auf die leichte Schulter zu nehmen! Wende dich an eine Vertrauensperson oder deine Erziehungsberechtigten und spreche mit ihnen darüber. Such dir professionelle Hilfe. Du bist nicht alleine!
Und nein - eine Essstörung bedeutet nicht, dass du nur 45 Kilo wiegen darfst, auch bei "Normalgewicht" ist eine Essstörung bedrohlich und vorhanden.

Annika Geschichte findet ihr hier auf meinem Blog.
Ich persönlich fand diese Dokumentation sehr gelungen.








Quellen:

Kommentare :

  1. Richtig guter Post. Ich kenne selber ein paar Menschen, die Magersucht hatten und es ist wirklich schwer da wieder rauszukommen!

    Liebe Grüße
    Isa

    iisabelsophie.blogspot.de

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  2. Ein super Post!!! Tolle Arbeit!!!

    Gruß
    Daria

    http://www.dbkstylez.com

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