Meine erste Olympische Distanz - #TriathlonViernheim




So - satt und zufrieden liege ich im Bett, zieh mir Orange is the new black rein und bin eigentlich kognitiv noch nicht einmal in der Lage dazu, diesen Artikel zu schreiben.


 zu schwach um das Rad danach hochzutragen :D



Mein Blick vorm Start sagt alles :D




Heute bin ich meinen ersten olympischen Triathlon für mein Ligateam gestartet - bei dem Triathlon, bei dem ich schon als Jugendliche auf der Sprintdistanz am Start stand. - Dieses Mal stand ich wieder für die erste Hessenliga am Start und hatte mich im Vorfeld schon einmal mit dem Streichergebnis (es werden nur die schnellsten 3 von 4 gewertet), da ich einfach keine starke Ausdauer (sowohl körperlich als auch mental habe) und am liebsten so kurz wie möglich im Wettkampf starte. 

So wie nervös wie vor diesem Wettkampf war ich lange nicht im Vorfeld. Bereits Freitag konnte ich kaum schlafen, hatte Magenprobleme und Samstag wurde es eher schlimmer - meistens ist das bei mir allein die Psyche. Ich hatte Albträume von Horror-Szenarien: Stürze, Verletzungen, Über-den-Haufen gefahren werden - das volle Programm. Radfahren und ich werden einfach keine Freunde, dank meiner ständigen Angst. Ich weiß nicht, warum ich mir dieses Mal so einen Druck vor dem Wettkampf gemacht habe, schließlich "ging es um nichts". Wenn ich das jetzt alles aufschreibe, fällt mir selbst auf, wie überzogen meine Ängste waren. Dennoch beschreibt mein Blick vor dem Schwimmstart glaube ich alles. Ich hatte im Vorfeld zwar sehr viel gutes über den Virenheim Triathlon gehört, fand ihn auch als Jugendliche super organisiert, liebevoll gestaltet und sehr mitreißend, jedoch hat mich jeder aus meinem Verein vor der Radstrecke gewarnt. Da ich selbst sehr unsicher auf dem Rad bin und auch Abfahrten etc noch mehr verabscheue als Bergfahren, war ich sehr skeptisch. Aber nun zum Wettkampf:


Der Wecker klingelte um kurz vor 5, Abfahrt war um 5.30. Mein Frühstück (Ein Brötchen mit Butter und Honig) habe ich im Auto zu mir genommen, um ca 3 Stunden vor dem Wettkampf meine letzte Nahrung aufzunehmen (das passt bei mir persönlich einfach am besten). Wie immer hat mich meine Mum begleitet, meine liebste Wettkampfbegleitung :) Sie ist mein größter Fan (bzw unser größter Fan) und jubelt mir, meinen Ligamädels, meinen Freundinnen oder wer auch immer mit mir den Wettkampf bestreitet bzw beim selben Wettkampf ist, immer euphorisch zu, ist überall und hat einfach alles dabei (Essen, diverse Sportutensilien), was man brauchen könnte.



1.5km Schwimmen.
Unsere Ligachefin hatte schon alle Startunterlagen, wir checkten  in die 2. Wechselzone ein und dann radelte ich mit einer anderen Ligakollegin die 10km zum Wiesensee, wo sich der Schwimmstart und die 1. Wechselzone befand, ein bisschen Beine locker radeln. 
Um 9.00 war der 1. von 2 Starts am Sonntag - dementsprechend viele Menschen befanden sich am Schwimmstart. Ich verzichtet größtenteils auf Einschwimmen - ich schwimme meistens nur ein paar Züge hin und zurück #faulheitsiegt und stellte mich dann neben unsere Ligachefin relativ weit vorne für den Schwimmstart los. Schon vorm Start meinte sie zu mir "Das wird ein Gekloppe" und Recht hatte sie. Seiten habe ich soviel "Über mich drüber versuchen zu schwimmen", was ich natürlich verhindert habe :D Beine festhalten, Tunkversuche und Tritte abbekommen.  #kurzesabkotzen. Irgendwie kam ich dann anscheinend doch besser als gedacht weg, denn obwohl wir einen Landgang hatten, das Gekloppe nicht, wie ich es sonst gewohnt bin, nach dem Start aufhört und ich mir meinen Platz erschwommen habe, sondern trotz ausreichend Platz bis zum Ende weiterging und ich mir vorgenommen habe, locker zu schwimmen, da ich danach noch die für mich anstrengeren Disziplinen überstehen muss, bin ich mit 23.28 aus dem Wasser gekommen. 



40km Radfahren
Dass ich nicht wechseln kann, wissen wir alle, diesmal nahm ich mir noch die Zeit, meine Socken anzuziehen und ab ging es auf Rad. Meine Ligachefin, die Rakete kam in die Wechselzone als ich sie gerade verließ und überholte mich bereits nach wenigen Radkilometern, womit ich aber eh gerechnet hatte. Auf dem Rad habe ich eigentlich die ganze Zeit auf den ersten (und schlimmsten Berg) gerechnet (hier könnt ihr euch die Strecken anschauen). Was dann folgte, bin ich zwar besser hochgekommen als gedacht, jedoch war es wirklich hart, weil ich langsam zwar doch regelmäßig Berge mit meinen Vereinskollegen fahre, sie alleine jedoch dennoch gerne meide. ;)  Die 480 Höhenmeter, die auf 40km eigentlich gehen, waren fast alle auf den ersten 10km zu finden und die teilweise 17% Steigungen waren wirklich heftig. Ab und an wurde ich überholt, ab und an überholte ich bis es auf die Abfahrten ging, für mich noch schlimmer als das Hochfahren. 
Ich versuchte, die Abfahrten so sicher wie möglich zu fahren, auf Tempo zu verzichten (kann ich eh nicht :D)  und das Radfahren heil hinter mich zu bringen - ohne Sturz (ich habe einen wirklich heftigen Sturz gesehen) und mit möglichst fitten Beinen für die anschließenden 10km in der Hitze. Mit meiner Zeit von 1.33.49 bin ich für diese Strecke zufrieden, die schnellste Frau ist 1.18 gefahren, ich glaube, das sagt alles über das Niveau der Strecke ;). 
Der 2. Wechsel lief nicht so glatt, da ich das Rad meiner Teamkollegin erst einmal mit umwarf, genauso wie es eine Freundin in der Jugend auch in Viernheim gemacht hat. :D Bis ich alles wieder aufgerichtet hatte, verging dementsprechend mehr Zeit als bei einem "normalen" Wechsel. Das zweite Gel mit zum Laufen zu nehmen, vergaß ich dann natürlich ;)



10km Laufen
Die Laufstrecke war zum Glück bis auf den Stadionsteil sehr schattig, es gab wirklich viel Wasser und ein paar "Duschen", die wir auch alle sehr nötig hatten bei der Hitze. Ich hatte mit meinem "Trainer" aka bestem Freund, der mir meine Laufpläne schreibt eigentlich ausgemacht, dass ich nicht wie sonst überpace sondern die ersten 5km auf 26 angehe um dann eher auf der 2. Hälfte schneller zu werden. Die ersten 5km bin ich sogar die 26 Minuten gelaufen, danach kam aber nach und nach der Leistungseinbruch. Ich habe mich auf der kompletten Laufstrecke wie ein Klops gefühlt und war einfach nur noch zufrieden, als es nach 54.28 Minuten einfach vorbei ware - so langsam bin ich ewig keine 10km mehr gelaufen, ich laufe sogar im Training schneller, allerdings war es mir in diesem Moment herzlich egal. 

Mit meinem Gesamtergebnis von 2.55 für meinen ersten OD bin ich sehr zufrieden, außerdem wurde ich statt Streichergebnis gerade noch so 2. aus unserem Ligateam.  Mein Ziel war es, unter 3 Stunden zu bleiben und das habe ich auch erreicht. Natürlich hätte ich schneller laufen können (bzw sollen), aber dieses Ergebnis werde ich mir nicht kaputtreden lassen. #fürmehrzufriedenheit

Kommentare :

  1. Wow, starke Leistung! Ich würde mich sowas nicht trauen :D <3

    Liebe Grüße
    Johanna von http://www.missrapunzel.com/

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  2. Liebe Feli,

    ich grautliere dir natürlich zunächst mal zur ersten olympischen Distanz!!! Es ist echt faszinierend zu sehen, was für Herausforderungen du dich ständig stellst :) Und deine Mutter scheint ja echt Gold wert zu sein. Solche Unterstützung ist immer toll :)

    Deine Ängste kann ich gut nachvollziehen - wenn ich mir überlege, wie übel mir schon vor Lateinarbeiten war (wo ich nur eine 4 haben wollte... und die Noten meiner Mama eh egal waren).

    Das Gemetzel beim Schwimmen wäre mein Albtraum - im Wasser habe ich schnell Angst zu ertrinken, sobald mich irgendwas (Algen, Mitschwimmende) behindern. Irgendwie fühle ich mich da sooo unsicher.
    17% Steigung sind ja wirklich mördermäßig... auf der Fahrradtour hatten wie 11% und die waren schon so, dass ich in der Hitze geschoben habe.
    Deine Laufleistung klingt für mich immer noch super - und solange du dich gefreut hast, anzukommen, ist doch alles super :)
    Dass du 2. im Team warst klingt super! Ich bin stolz auf dich :)

    Liebe Grüße

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