"Hard work beats talent when talent fails to work hard" - Meine Sportgeschichte


Als Theresa von Triathlovelife diesen Satz: "

Hard work beats talent when talent fails to work hard" unter meinem Gewinnspielfoto bei Instagram gepostet hat, ist mir eingefallen, dass ich schon lange über diesen Spruch schreiben wollte - weil er einfach so gut zu mir passt. Ich war als Kind nie besonders sportlich. Erst vor kurzem hat meine Mum mir erzählt, dass ich als Kind lieber im Sitzen gespielt habe als draußen herumzutoben. Natürlich habe ich - wie wir alle - auch draußen auf Bäumen gespielt, als Räuber und Gendarm mit meinen Freunden herumgetobt aber sobald es in Richtung "Jedes Kind sollte einen Sport" betreiben, war ich desinteressiert. Stattdessen habe ich Klavier und Cello gelernt. Die Tartanbahn in der Schule? Meine größte Hölle. Coopertest und Bundesjugendspiele sowieso 

Ich bin immer gerne geschwommen und war auch im Schwimmverein. Als es dann um die Entscheidung: "Leistungsschwimmen oder Hobbygruppe?" ging, fiel die Entscheidung auf die Hobbygruppe - Leistungsschwimmen mit Wettkämpfen am Wochenende? Viel zu anstrengend. Ich war immer ein faules Kind. Geritten bin ich sehr gerne und auch 10 Jahre lang, Pferde waren meine große Leidenschaft. Beim Reiten habe ich auch an einigen Turnieren teilgenommen, jedoch fehlten irgendwann Zeit und Geld, um das Reiten weiter zu betreiben und den Schritt von Reitbeteiligung zum eigenen Pferd zu gehen. 

Aber herkömmliche Sportarten wie Leichtathletik, Tanzen, Fußball etc? Ohne mich. Den Schulsport in der Schule habe ich gemieden und war öfters "verhindert", bis mein Vater mich dann mit 13 Jahren in den Triathlonverein gesteckt hat. - Was ich da sollte? Keine Ahnung. Auch dort war mein Ehrgeiz faktisch nicht vorhanden, mir ging es eher dazu, die Zeit mit meinen Freunden, die ich in der Jugendgruppe des Vereins schnell fand, zu verbringen und so wenig wie möglich im Training ins Schwitzen zu geraten ;) Natürlich nahm ich auch an Wettkämpfen und am HTV Cup teil - jedoch ohne eine reelle Chance darauf, in den Kader zu gelangen oder unter die ersten 3 zu kommen. Jeder Wettkampf war für mich eher eine Spaßveranstaltung, dem ich so locker entgegensah, wie einem normalen Training.  Ich habe keine Zeiten mehr von den damaligen Wettkämpfen (und will sie wahrscheinlich auch gar nicht sehen, haha) aber ich weiß noch, dass ich nur beim Schwimmen relativ gut war und man den Rest vergessen konnte. 

Das Laufen war immer die größte Qual für mich, wenn alle meine Sportkollegen leichtfüßig vor mir her liefen, ich hinterherschnaufte und kaum einen Fuß vor den anderen setzen konnte. Trotzdem waren mir meine schlechten Leistungen total egal, solange ich den Spaß und die Gemeinschaft mit meinen Freunden hatte. Zeiten, Training, Pace und Anstrengung - ein Fremdwort für mich. Ich war die, die gerne mit meiner Freundin langsam geschwommen ist, damit sie keine Angst im See hat - obwohl gerade Wettkampf war. Ich war die, die sich beim gemeinsamen Laufen immer am meisten anstrengen musste, auf die alle warten mussten, die keinen Berg mit dem Rad ohne fast zu hyperventilieren hochkam und die immer etwas breiter, unsportlicher und kräftiger war als der Rest. - mehr dazu hier: Keine Size Zero, na und? 

Ich weiß nicht, wie es damals anfing, dass ich mehr machen wollte. Ich bin wieder mehr gelaufen, viel gelaufen, ohne irgendwie Rücksicht darauf zu nehmen, ob es jetzt was bringt, wenn ich jeden Tag mindestens 10km in irgendeinem Tempo laufe weil es mir mehr darum ging, dünn zu werden und abzunehmen. Dennoch kamen langsam erste Erfolge, beim 25h Lauf war ich nicht mehr die Langsamste aus dem Team (aber natürlich auch nicht die Schnellste), ich hatte mehr Ausdauer und habe mich wohler in meinem Körper gefühlt. Wettkämpfe oder so waren mir vollkommen egal. 

Das alles hat sich geändert als ich Mitte 2013 begann, bei Runners Point zu arbeiten. Mein damaliger Chef meldete uns alle bei einem 10km Parkhauslauf an, bei dem man 10km a 8 Runden im Parkhaus hoch und wieder runter laufen musste und ich nahm teil. Gelaufen bin ich mit einem anderen Mitarbeiter, der die Uhr im Blick hatte (mein Zeit war mir sowas von egal) und wir haben viele Faxen auf der Strecke gemacht, unserem Chef (als Sieger) angefeuert und hatten Spaß. Irgendwie sind wir mit 47.29 ins Ziel  gekommen, meine bisherige Bestzeit auf 10k (trotz der Steigungen im Parkhaus). Natürlich habe ich damals noch gute 12kg weniger gewogen als heute, musste weniger mitschleppen und kam auf gute 80 Kilometer die Woche. Ich war damit die 3. Frau und es war ein richtig gutes Gefühl - vom Sportlappen zur Läuferin. 

Natürlich war ich damals viel zu dünn, mein Sportverhalten war nicht ganz gesund und meine Intention, Sport zu machen, nur um abzunehmen, war auch nicht das Gelbe vom Ei. Ab diesem Tag habe ich aber gerne an Läufen teilgenommen. Zusammen mit einer Gewichtszunahme von fast 20 Kilo bin ich natürlich auf den Strecken langsamer geworden, da ich auch "nur noch" 3 Mal statt 7 Mal die Woche gelaufen bin, dennoch wurde ich gesunder. Ich fing damit an, 10km in 55 Minuten im Wettkampf zu laufen und trainierte ab dann immer mehr -> 53 Minuten, 52 Minuten und 51 Minuten habe ich geschafft. Beim Silvesterlauf bin ich dann endlich mal wieder 10km in unter 50 Minuten gelaufen und das, obwohl die Strecke nicht ganz schnell war und durch den Wald ging. Ab da verbesserte ich mich kontinuierlich - was vor allem meinem "Trainer" aka meinem besten Freund geschuldet ist, der mir wöchentlich meinen Trainingsplan schreibt. 
 Meine Zeiten im Wettkampf wurden schneller, ich konnte den Frankfurter HM in 1.51 laufen (im Jahr 2015 bin ich 1.58 gelaufen), meine 5km Zeit sank von knapp unter 25 Minuten auf 22.40 Minuten und ich lief die 10km in 48 Minuten. 

Zeitgleich mit meiner Ambition im Laufen erwachte auch mein Ehrgeiz im Triathlon. Ich wurde gefragt, ob ich nicht mit den Damen in der 1. Hessenliga starten möchte (1. Wettkampf / 2. Wettkampf), was mich nur noch mehr anstachelte, so gut wie möglich mit meinen Teamkolleginnen, die das Ganze schon etliche Jahre machen, viel fitter und sportlicher als ich sind, mitzuhalten.  


Ich kann mich heute endlich als Sportlerin bezeichnen - einen Ausdruck, mit dem mich als Kind und Jugendliche niemand in Verbindung gebracht hat. Von der "dicken, gemütlichen" Feli bin ich zu einer ehrgeizigen und disziplinierten Sportlerin geworden, die auch den Spaß am Sport wiedergefunden hat, nachdem es bei mir fast 3 Jahre nur darum ging, Kalorien und Fett zu verbrennen. 





Ich möchte  mich mit meiner "Geschichte" nicht selbst in den Himmel loben oder ähnliches. Ich möchte euch nur zeigen, dass es JEDER schaffen kann, das zu erreichen, wovon er träumt - nicht nur in sportlicher Hinsicht. Niemand hätte jemals gedacht, dass ich mit meinen "Baumstammbeinen" und meinem fetten "FeliciARSCH" sportlicher bin als 90% der Klassenkameradinnen, die in der 7. Klasse meinten, mich wegen meines Gewichts hänseln zu müssen - auch ich selbst nicht. Umso stolzer bin ich nun auf mich selbst. Und ja, wir dürfen stolz auf uns selbst sein.  Wie Thea so schön geschrieben hat: "Manchmal habe ich das Gefühl, wir werden zum 'an uns rummeckern' erzogen. Dabei sollte man viel öfter glücklich und zufrieden in den Spiegel schauen und sagen: Ich bin stolz auf dich!"

Wenn euch jetzt noch 3km laufen zu weit vorkommen, ihr das Gefühl habt, viel zu langsam zu sein und nicht voran zu kommen; ihr euch unwohl neben euren vermeintlich sportlicheren, schlankeren Mitmenschen fühlt: Ihr seid super. Und auch ihr könnt es schaffen - solange man kontinuierlich dranbleibt und an sich selbst arbeitet. 


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Kommentare :

  1. Hach, in deiner Einleitung habe ich mich doch gleich wieder gefunden: Mir wird immer vorgehalten, dass ich mit 3 oder 4 Jahren mich im Tierpark in den Kinderwagen gesetzt habe, der eigentlich für meine 2 Jahre jüngere Schwester war, die aber gelaufen ist ;)
    Und die Bundesjugendspiele... ich werde nie gern daran zurück denken.

    Vom Reiten komme ich seit meinem 5. Lebensjahr nicht mehr wirklich weg... nur aktuell herrscht seit Januar Flaute, aber ich warte nur noch, mit wieder zum Unterricht anzumelden und träume vom eigenen Pony nach dem Studium... nur Turniere hatte ich nie - ich war immer quer-Feld-ein-Reiterin ;)

    Auch dein Weg zum Sport ähnelt meinem... nur bei mir war alles abgeschwächt: Sport, um abzunehmen für ca. 9 Monate... jetzt Sport, weil es mir dann gut geht. Und mit dem Spaß am Sport kam auch Lust auf, mal an Wettkämpfen teilzunehmen, aber das ist bisher noch nichts geworden... aber das kann ja noch kommen, denn der Ehrgeiz, immer mal wieder etwas schneller zu sein, ist doch da ;)

    Deine abschließenden Worte sind einfach wundervoll! Du hast einfach sowas von Recht: Jeder kann, wenn er Lust dazu hat - nur halt in seinem Tempo ;)

    Liebe Grüße

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  2. Das Zitat gefällt mir! Ich war als ich jünger war auch total unsportlich und habe Schulsport so gehasst! :D Versteh gar nicht wie ich mich so verändern konnte :D <3


    Liebe Grüße
    Johanna von http://missrapunzeljohanna.blogspot.de/

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  3. Schulsport war immer eine Qual! Aber gut, da macht man auch gar nicht so viel
    Sport sondern spielt oft. :")

    Heute mache ich gerne Sport! :)


    XX,

    www.ChristinaKey.com

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  4. Ein wirklich schöner Post!
    Ich finde man muss die Sportart zu finden, die einem Spaß macht auch wenn man manchmal zu seinem Glück "gezwungen" werden muss!
    Ich hätte zum Beispiel auch nie gedacht, dass ich mal freiwillig zu Hause Sport mache haha. :D

    xoxo Natalie♥
    http://xxotherhalfxx.blogspot.de/

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  5. Coole Geschichte, auch wenn ich es ein bisschen schade finde, dass du nicht mehr Cello spielst.. ;0) Aber dafür woanders Feuer zu fangen, ist auf jeden Fall was wert! Und je besser man wird, umso mehr Spaß macht es ja auch! Liebe Grüße!

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