Wie fühlt es sich eigentlich an, einen Ironman zu finishen?


Hallo zusammen, heute gibt es einer Interview der lieben Stephanie (hier findet ihr sie bei Instagram) für euch, die im Alter von 21 das gemacht hat, wovon viele Menschen nur zu träumen wagen: Sie hat einen Ironman gefinishet. Am 03.07. hat sie den Ironman Frankfurt in 12.03.58 (01.03.18 / 05.56.27/04.56.35) beendet, nachdem sie bereits 2015 einen Ironman finishte, und den 3. Platz in der Altersklasse um eine halbe Minute verpasst. Ich folge Stephanie schon länger auf Instagram und schreibe des öfteren mit ihr (ich freue mich auf ein Treffen, wenn ich in München bin!) - Ich glaube man muss kaum dazu sagen, dass ich wahnsinnig beeindruckt von ihrer Leistung bin . Aber nun zu den Fragen an sie.

1. Wie kamst du überhaupt auf die Idee, einen ganzen Ironman zu machen? Angefangen hat Alles 2014, als ich meinen Freund zu seinem ersten Ironman nach Klagenfurt begleitet habe. Ich war sofort fasziniert von dieser besonderen sportlichen Stimmung vor Ort. Menschen die an ihre sportlichen Grenzen gehen. Schon während dem Ironman habe ich immer überlegt, ob ich die Distanzen auch schaffen würde. Auf dem Heimweg im Auto habe ich dann angefangen mit meinem Freund zu überlegen, was ich Alles an Equipment brauchen würde, was das Ganze kostet und ob ich überhaupt in der Lage wäre innerhalb eines Jahres Triathlon „zu lernen“ und die Distanz dann auch gut zu meistern und nicht nur einfach ins Ziel zu kommen. Zuhause habe ich das ganze irrsinnige Projekt dann noch mit meinen Eltern besprochen und kurz darauf war ich auch schon angemeldet für meinen ersten Triathlon bzw. meine erste Langdistanz. (Ich hab dann zur Vorbereitung noch eine Olympische und eine Mitteldistanz gemacht also war es faktisch nicht mehr mein erster Triathlon. 

2. Wie bist du zum Triathlon gekommen? Wie oben schon geschrieben bin ich durch meinen Freund zum Triathlon gekommen ;)
3.Was ist deine Lieblingsdisziplin? Schwer zu sagen, aber ich denke es ist das Radfahren. Ab und zu wenn es beim Schwimmen gut läuft, dann auch das Schwimmen….was ich wirklich nicht besonders mag und nur in Kauf nehme weil es kein ausschließlichen Schwimm-Rad-Events gibt ist das Laufen.



4. Wie sieht eine typische Trainingswoche bei dir aus? Das ist von Woche zu Woche komplett unterschiedlich, im letzten Semester hatte ich einen realtiv blöden Stundenplan, der das Training leider maßgeblich (negativ) beeinflusst hat. Aber nachdem ich vom Triathlon später sicher nicht Leben kann bzw. will, geht das Studium auf jeden Fall vor. Um auf die Frage zurückzukommen es gibt also keine typische Trainingswoche bei mir. 

5. Wie schaffst du es, das ganze Training mit deiner Uni zu vereinbaren? Mit gutem Zeitmanagement und Abstrichen sei es auf Trainingsseite oder auf Uniseite. Auf Uniseite bedeutet das dann, dass ich nicht zu zig zusätzlichen Tutorien gehen kann und dass ich auch nicht nach einer Vorlesung mit meinen Kommilitonen einen Kaffee / Tee trinken gehen kann. Auf Trainingsseite heißt das wiederum, dass ich eben nicht wie manch andere in meiner Altersklasse 15-25 Stunden die Woche trainieren kann. Dafür muss das Training was ich eben zeitlich realisieren kann besonders „qualitativ hoch“ sein. 

6. Wie sieht deine Verpflegung während des Wettkampfs aus? Das ist noch so eine Sache…die richtige Verpflegungsmethode,- bzw.- taktik während eines Wettkampfes habe ich noch nicht für mich gefunden. Was ich aber schon bei meinem ersten Ironman festgestellt habe und dann in Frankfurt dieses Jahr auch umgesetzt habe ist, dass ich beim Radfahren irgendetwas Festes (Riegel z.B.) zu mir nehmen muss, da ich sonst nur mit Flüssigernährung ein zu starkes leerer Magen bzw. Hungergefühl bekomme. 
7. Achtest du auf irgendetwas bei deiner Ernährung in der Vorbereitung/Wettkampf? Nicht wirklich, ich esse worauf ich Lust habe und leider sind das meistens abends Chips oder es ist Eis. Für mich stellt Essen bzw. Essen worauf man gerade Lust hat nämlich Lebensqualität dar…ich bin glücklicher, wenn ich esse was ich möchte und das zählt. 
8. Wann steht der nächste Ironman an? Tja Voraussichtlich sieht man mich nächstes Jahr erneut am Langener Waldsee am 9.07.2016, wie ich mit weit über tausend anderen Verrückten um 6:40 Uhr ins Wasser sprinte, um die 3,8km Schwimmen die 180,2km Radfahren und die 42,2km Laufen so schnell wie möglich hinter mich zu bringen. 
9. Wie lange regenerierst du nach der Langdistanz? Puh, Lange! Genau kann ich das nicht sagen. Die letzten beiden Male war es so, dass ich in den drei bis vier Wochen direkt nach meinem Ironman durchgehend Klausuren hatte und daher eh überhaupt nicht zum Trainieren komme, worüber ich nicht sonderlich unglücklich bin.
10. Wie lief der Wettkampf ab (bzw wie bekommt man 12 Stunden aktiv Sport überhaupt "rum")? Wie der Wettkampf genau ablief, habe ich ja schon auf meinem Instagramprofil ein wenig ausführlicher geschildert. Um kurz nach 6:40 ging es für mich am 03.07.2016 mit mehreren anderen Athleten bei einem Rolling Swim Start auf die 3,8km lange Schwimmstrecke im Langener Waldsee. Das Schwimmen lief super gut, ich wollte 1h05min Schwimmen. Während dem Schwimmen habe ich mich locker gefühlt und dachte ich komme so bei 1h06 o.ä. raus, dass es dann sogar 2 Minuten unter dem geplanten Ziel lag wusste ich erst auf der Laufstrecke als ich meinen Freund danach fragte. Das hat mir beim Laufen natürlich nochmal einen kräftigen Motivationsschub gegeben. Das Radfahren war auf der ersten Runde super, bis auf die Tatsachen, dass mir bei km 3 die Kette rausgeflogen ist und ich mit komplett schwarzen Händen weiter fahren musste und der durch eine stärkere Bodenwelle gelockerte Aerolenker, der mir zu schaffen machte. Der Wind der und der zum Schluss wirklich heftige Regen, die dazu kamen haben die zweite Radrunde nicht leichter gemacht. Letzendlich bin ich nach 5Stunden und 56 Minuten vom Rad gestiegen und war einfach nur froh, dass Ganze heil überlebt zu haben und das Rad endlich wegstellen zu können. Das Laufen bzw. der Marathon ist bei mir immer die Größte unbekannte bisher gewesen, da ich seit ich mit Triathlon angefangen habe mit Iliotibialband-Problemen zu kämpfen habe und mein längster Lauf in der Vorbereitung daher nur 14 km waren. Bis km 30 lief aber beim Ironman Frankfurt diesmal Alles gut. Leider kamen ab km 31 links wieder extrem stark stechenden Schmerzen, die einem dann immer kurzzeitig die Luft rauben. Also musste von da an immer kurz sprinten dann wieder humpeln & kurz dehnen und dann das Ganze wieder von vorne anfangen. Überglücklich war ich natürlich dann als ich zum finalen Lauf / Sprint auf die Ziellinie abbiegen durfte. Wie man 12 Stunden aktiv Sport rumbekommt, gute Frage. Ich konzentriere mich eigentlich immer auf die jeweilige Disziplin, die ich in dem Moment ausübe. Beim Radfahren habe ich immer die seltsamsten Gedanken muss ich zugeben, die aber zu peinlich wären zum preisgeben. Anders beim Laufen da habe ich einfach immer von Verpflegungsstelle zu Verpfelgungsstelle gedacht. Also mir vorgenommen auf jeden Fall bis zu nächsten Verpflegungsstelle zu Laufen. Natürlich fragt man sich während der ganzen 12 Stunden auch immer wieder warum man sich das angetan hat und dann auch noch so dumm war, so viel Geld für solche Quälereien auszugeben. Wenn man aber dann über die Ziellinie läuft ist das Alles wieder vergessen. 11. Und: Wie fühlt es sich denn nun an, durchs Ziel beim Ironman zu laufen?" Unglaublich! Unbeschreiblich! Unfassbar! Das Gefühl es geschafft zu haben ist unbezahlbar! Alle Anspannung und Last fallen von einem ab. Man ist einfach nur fertig! Meistens kann ich die Tränen auch nicht aufhalten einfach, weil ich so glücklich bin, dass der lange anstrengende Tag auf den man Monate hingearbeitet endlich ein Ende hat. Der Stolz auf sich selbst kommt natürlich mit der Zeit dann auch .
Ich hoffe ich konnte Euch ein paar spannende Einblicke geben! Ganz liebe Grüße Eure Stephanie






Kommentare :

  1. Wow wie toll, da braucht man einiges an Disziplin.

    Liebe Grüsse

    Flowery

    BEAUTYNATURE

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  2. Ach du meine Güte, meinen Respekt hat Staphanie auf jeden Fall auch!

    Ich habe mich ja nicht mal getraut, den Traum von einem kurzen Triathlon zu verwirklichen, da ich beim Schwimmen immer friere. Vor solchen Leistungen ziehe ich also wirklich den Hut und träume weiter davon, wenigstens ein Mal im Leben noch lebend einen kleinen Triathlon zu beenden.
    Das Radfahren würde mir sicher auch am meisten Spaß machen, da mir beim Laufen nach einer Weile die Beine schlapp werden. Auf dem Fahrrad dauert das viel länger und man schafft auch einfach mehr (interessante) Wegstrecke pro Zeit.

    Irgendwann will ich auch mal wissen, wie sich eine Ziellinie anfühlt - auch wenn es nicht die vom Ironman ist ;)

    Liebe Grüße

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