Meine Ernährungsroutine #moderationisthekey



Hey Babes,
Da ich euch schon meine derzeitige Sportroutine vorgestellt habe (click), ist es nun an der Zeit, euch einen kleinen Einblick in meine Ernährung zu gewähren.
Ich habe schon etliche Ernährungsformen ausprobiert - vegetarisch, vegan, low carb etc - aber einfach nicht DIE richtige Ernährungsform gefunden - und das ist auch kein Problem. In dem Artikel "Wie, du isst normal?" habe ich bereits darüber geschrieben, dass man sich heutzutage fast dafür rechtfertigen muss, bzw sich unnormal vorkommt, wenn man gerade nicht irgendeinem Ernährungstrend /Diät oder einer Ernährungsweise folgt, sondern einfach NORMAL isst. Bevor jetzt hier wieder Beschwerden aufkommen, dass ich ja damit im Umkehrschluss meine, alle anderen Ernährungsformen wären UNNORMAL, hier die Definition von Duden: so beschaffen, wie es sich die allgemeine Meinung als das Übliche vorstellt. Und die durchschnittliche Mehrheit der Bevölkerung ernährt sich nun einmal Omnivore.  Den Streit darüber, ob nun eine vegane Ernährung für Menschen unnormal ist, außen vorgelassen. Es geht lediglich darum, so zu essen, wie eine Mehrheit von Menschen sich seit Tausenden von Jahren ernähren, ohne irgendwelche Superfoods, Diäten etc zu befolgen.


Und genauso esse ich. Wie bereits geschrieben, habe ich schon ziemlich viele Ernährungsformen ausprobiert und kam mit keiner auf Dauer zurecht.



Low Carb 

Alles fing mit low carb an. Begann ich anfangs "nur", die Kohlenhydrate abends wegzulassen und stattdessen Salat/Gemüse mit eiweißhaltigen Lebensmitteln (Tofu, Pute, Lachs) zu essen, artete das Ganze ziemlich schnell aus und ich fing an, nur noch morgens meine Haferflocken zu löffeln und ab dem Frühstück auf kohlenhydratreiche und damit auch energiespendende Lebensmittel wie Haferflocken, Brot, Nudeln, Kartoffeln und Reis zu verzichten und mich von kalorienarmen, fettarmen und eiweißreichen Lebensmitteln zu ernähren. Und irgendwann wurden auch die Haferflocken morgens abgewogen und vermindert - von 70g auf 50g auf 30g auf 20g und irgendwann ganz weggelassen und ich aß den ganzen Tag low/no carb.  Kombiniert mit 1-2 Stunden laufen am Tag (da anderer Sport nicht "galt", weil Laufen am meisten Kalorien pro Stunde verbrennt), war ich ziemlich schnell kraftlos und schlapp- Haarausfall, Mangelerscheinungen, dauernde Kälte, Hormonstörung waren die Folge. - Auch wenn die Pfunde purzelten, kam ich mit dieser Ernährung auf Dauer nicht zurecht. Besser gesagt uferte diese "Kohlenhydrate sind böse" - Einstellung zu einer Magersucht aus, mit deren Details ich euch verschone. 


Ich brauche Kohlenhydrate und vertrete die Meinung, dass JEDER Mensch Kohlenhydrate zum Leben braucht, von Sportlern ganz zu schweigen. Dass ich Kohlenhydrate liebe und mir von der fettigen, einseitigen Low/No Carb Ernährung schnell schlecht wird - irgendwann kann keiner mehr Eier mit Bacon sehen und ich es satt war, beim Essen gehen immer auf Salat zurückgreifen zu müssen, sei dabei nur am Rande erwähnt. Kohlenhydrate spenden euch Energie und ich durfte am eigenen Leib erfahren, was bei Kohlenhydratmangel im Körper geschieht. Menschen, die dauerhaft ketogen leben, kann ich nicht verstehen. Und natürlich nimmt man bei einer kohlenhydratfreien oder strikt limitierten Ernährung sehr schnell ab - genauso schnell sind die Pfunde aber meistens wieder drauf ;)



Vegan / Vegetarisch  - In/Nach meiner ES Zeit habe ich begonnen, mich vegan zu ernähren. Damals war das Buch "Vegan for fit" von Attila Hildmann noch relativ neu auf dem Markt und meine Mum mit mir gemeinsam die 30 Tage gemacht hat - sie hat das gar nicht gemacht, damit ich abnehme oder ähnliches, ich habe dadurch sogar zugenommen (wenn man von 500 Kalorien am Tag kommt und auf einmal nahrhafte Lebensmittel isst, geht das ziemlich schnell), sondern weil sie von dem Konzept so begeistert war und gehofft hat, meine "Angst" vor Kohlenhydraten damit zu besiegen. Ich muss hierzu sagen, dass mir diese 30 Tage damals extrem gut taten, meine Haare regenerierten sich und wuchsen wieder vermehrt, ich war nicht mehr so blass und eingefallen und fühlte mich wohl. Jedoch war "vegan" für mich auch eher Verzicht als Genuss und ich vermisste meine Milch im Kaffee, meinen Joghurt und Fisch. Bis heute finde ich die vegane Ernährung super und bewundere jeden, der sie durchzieht - für mich wäre es jedoch auf Dauer nichts. Mein Eisenmangel wurde dadurch jedoch noch geringer (ja, ich weiß, dass in pflanzlichen Lebensmitteln auch Eisen ist, jedoch ist es Tatsache, dass das Eisen von tierischen Lebensmitteln besser im Körper aufgenommen werden kann). Ich schlucke bis heute täglich Eisentabletten und Eisenmangel ist ein Dauerzustand meines Körpers. Das ist jedoch nicht die Ausrede dafür, weshalb ich nach 6 Monaten vegan langsam zurück zum vegetarischen, dann zum pescetarischen und nun zum omni zurückgekehrt bin: Für mich war vegan wieder nur eine Ernährungsweise, die ich genauso strikt durchziehen wollte, wie damals low/no carb und somit das gestörte Verhältnis zum Essen einfach nur auf eine andere Ernährungsweise verlagert habe.  Und ich habe viele Lebensmittel vermisst, es war mir auf Dauer zu anstrengend, in einem omni-Haushalt dauernd meine Extrawurst (;)) serviert zu bekommen und außerhalb kaum etwas essen zu können, da es damals einfach wenig veganes Angebot gab - das ist heute anders. 




Kalorien zählen - heutzutage gibt es diverse Onlineprogramme, die euch eure Makros und euren Kalorienbedarf ausrechnen und euch "betreuen und coachen" - was ich davon halte, sei mal dahingestellt, jedoch ist die Devise "Mehr Kalorien verbrauchen als zu sich nehmen" zum Abnehmen nicht neu. Ich habe beginnend mit meiner "no carb" Ernährung im Rahmen der Essstörung angefangen, wie eine Bekloppte Buch über jede aufgenommene Kalorie zu führen und mich verrückt gemacht, wenn ich an einem Tag 550 statt der 500 Kalorien, die ich für meinen Körper für richtig hielt, zu mir zu nehmen. Irgendwann war ich eine Kalorientabelle, wusste die Kalorien für jedes einzelne Lebensmittel in meiner näheren Umgebung - auch ein Weg, sich den Genuss am Essen nachhaltig zu versauen. Ich hatte es satt, mir über jede Kalorie, die zuviel ist, den Kopf zu zerbrechen, mein Essen genauestens abzuwiegen und nicht intuitiv das und soviel zu essen, was mein Körper gerade benötigt.  Zudem habe ich auch keine Zeit, alles abzuwiegen was ich esse und bei einem gemeinsamen Essen auch keine Lust, erst alles in eine Kalorientrecking - App einzutragen, bevor ich esse. Zudem vertrete ich die Meinung, dass eine Kalorie total nichtssagend ist - ihr könnt eine Banane essen oder soviele Gummibärchen, um auf den Kaloriengehalt einer Banane zu kommen und was tut eurem Körper besser? Paula hat hier auch einen super Beitrag zum Kalorienzähnen geschrieben, wo ihr alles darüber erfahrt. 
Ich kam damit auf jeden Fall nicht klar, habe mich wegen jeder aufgenommenen Kalorie, die über meinem Tagesziel lag gestresst und bin dann eher noch einmal eine Runde laufen gegangen um genug Kalorien für das Abendessen übrig zu haben. Zudem nimmt man irgendwann automatisch Lebensmittel mit einer geringen Kalorien- aber oft auch mit einer geringen Nährstoffdichte um sich "satt essen zu dürfen". Vor kalorienreichen, guten Lebensmitteln wie Bananen, Reis, Nudeln macht man automatisch einen großen Bogen, weil sie im Tagesziel nicht drin sind.


Fitnesssprogramme / Diäten  - In meiner "Ich muss um jeden Preis abnehmen" - Zeit gab es die meisten heutigen Fitnessprogramme, Diäten, die meiner Meinung nach v.a dank Instagram berühmt wurden, noch nicht, ich hätte mich jedoch darauf gestürzt. Viel Geld für ein Programm ausgeben, was mich auf Dauer unglücklich macht - warum nicht?  Ein Geschäft aus der Unsicherheit junger Mädels zu machen, ist einfach nur widerlich. Ich werde hier nicht meine Meinung zu jedem einzelnen Fitness- / Ernährungsprogramm darlegen, bei den meisten davon kann man sich jedoch per Google den Inhalt und das "Wissen" einfach selbst zusammen suchen oder auf eigene Faust eine Hungerkur starten - funktioniert (kurzzeitig) auch. Als ich abnehmen wollte und keine Ahnung von nichts hatte, habe ich verschiedene Diäten ausprobiert - probiert habe ich ua. die Modeldiät, bei der man morgens ein  hartgekochtes Ei und mittags und abends jeweils 175g Magerquark zu sich nimmt, die Ananasdiät, bei der man nur Ananas isst oder die Kohlsuppendiät - einseitiger Müll. Hunger; Schuldgefühle, wenn man statt 175g dann doch 200g Magerquark isst, Mangelerscheinungen, Müdigkeit und Kraftlosigkeit waren die Folgen. Der Diät Check von Fit Trio bringt es eigentlich auf den Punkt. - hier.




So und wie ernähre ich mich jetzt?  Ich habe in meinem Post zum intuitiven Essen schon dargelegt, was ich daran so gut finde  und auch, dass ich dennoch (noch) kein intuitiver Esser bin.
Natürlich versuche ich, mich sehr gesund und nahrhaft zu ernähren, weil ich damit einfach leistungsfähiger und fitter bin (Eat like crap, feel like crap), dennoch habe ich natürlich auch mal totale Lust auf Schokolade, Burger, Pizza. Ich verbiete mir keine Lebensmittel mehr, sondern genieße alles, in Maßen. Und ich esse automatisch gesünder, wenn ich alleine zuhause bin, als wenn ich auswärts esse oder meine Mum mal kocht. Ein kleines schlechtes Gewissen im Hinterkopf, wenn ich mal Weizen esse (sonst greife ich meistens zur Vollkorn- oder Dinkelvariante), mir eine fettige und leckere Pizza reinfahre oder zuviel Schokolade nasche, habe ich immer noch und kann es nicht einfach abstellen. Solche "Überbleibsel" von einer ES bleiben in den meisten Fällen bestehen, solange man aber weiß wie man damit umgeht, ist das auch kein Problem. 


Ein typischer Tag, an dem ich mich selbst ernähre und zuhause lernen muss - also ein typischer Tag im Leben eines Jurastudenten ;) sieht in etwa so aus.



6 - 7 Uhr: aufstehen und frühstücken

- Ich frühstücke oft Dinkelpfannkuchen, Oatmeal mit Obst, manchmal auch ein klassisches Omelette mit 2 Scheiben Vollkornbrot mit Avocado / Frischkäse und Gurke, oÄ. Dazu gibts immer KAFFEE mit Milch.


8 - 11 Uhr: 1. Lernsession



11- 12 Uhr: 1. Einheit Sport (an Tagen, an denen ich zweimal am Tag trainiere), meistens laufen.



12- 13 Uhr: Mittagspause: duschen nach dem Sport, Mittagessen, etc. - Zum Mittag esse ich meistens entweder Vollkornnudeln mit Pesto oder Tomatensoße, Ofenkartoffeln mit Ofengemüse und Zaziki, Reis mit diversen Gemüse oder Curry, etc. - ein einfaches, nahrhaftes Gericht, was schnell geht, da ich nicht gerne koche und kochen kann und auch nicht soviel Zeit dafür verwende und verwenden will.



13 - 17 Uhr: 2. Lernsession



18 Uhr: Trainingseinheit (Verein) oder Schwimmtraining geben



19 / 20 Uhr: Abendessen

Meistens esse ich mit meiner Familie zu Abend und wir essen gerne ganz klassisch Salat mit Vollkornbrot und Belag. Unter der Woche wird eigentlich kaum gekocht. Als Nachtisch gibts dann oft  selbstgemachten Obstquark (zB Beeren, Mango) oder im Sommer ein Eis ;) 


Je nachdem, wann die nächste Klausur ansteht oder wie effizient ich tagsüber gelernt habe, wird dann noch einmal 1/2 Stündchen gelernt oder ich verabrede mich mit Freunden, verbringe Zeit mit meiner Familie oder schaue Serien und gehe ins Bett.



Ich trage:
Top : Nike  - hier*
Sport Bra: Nike - hier*
Shorts: Nike Pro Shorts - hier*
Kompressionssocken: CEP - hier*
Schuhe: Asics Gel Noosa Tri 11 - hier*






Kommentare :

  1. Ich versuche auch alles in Maßen zu genießen und mir nichts zu verbieten!

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  2. Das klingt gut! Im sommer fehlt mir leider meißt die Disziplin.
    xo,
    Louisa

    www.theurbanslang.com

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  3. Das Dilemma mit dem Kalorien zählen kenne ich ja noch :D Erst vor 3,5 Wochen habe ich beschlossen, dass mir das nun zu blöd ist und einfach damit aufgehört.
    Seitdem ernähre ich mich eigentlich vegetarisch, da ich einfach keine Lust auf Fleisch und Fisch habe. Vegan könnte ich mir aber nie im Leben vorstellen, da ich Eier, Käse und Quark über alles liebe. Das einzige, was ich momentan noch ändern möchte, ist die Angst vor Fett. Ich denke mir nämlich seit Monaten "ich mache viel Sport, also her mit den Kohlenhydraten" und dabei kommt dann das gesunde Fett oft zu kurz :(

    Liebe Grüße

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  4. Deine Einstellung finde ich klasse!!
    Ich selbst habe auch schon mal über kurz oder lang die eine oder andere Ernährungsform ausprobiert.
    Meine Kalorien tracke ich zwar noch ab und an, um einfach einen knappen Überblick zu bekommen. Aber ich mache mich damit nicht mehr verrückt. Ich esse, worauf ich Lust habe, auch wenn's vielleicht nicht in die Makros passt.
    Durch dieses intuitivere Essen fühle ich mich viel fitter und gesünder, habe bessere Laune und nehme noch nicht mal zu ;)

    Liebe Grüße
    Anne

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