Warum tue ich mir das eigentlich an?

Foto via Sport online

Ich muss zugeben, dass ich jetzt seit ca 2 Monaten extreme Probleme mit meiner Motivation (vor allem bezüglich des Sportes) habe. Ja, ich trainiere immer noch regelmäßig und befolge mehr oder weniger meinen Trainingsplan, jedoch frage ich mich immer häufiger: Wofür das alles? Denn ich werde niemals Leistungssportlerin werden. Und auch wenn ich mich v.a im Laufen im Vergleich zu 2015 dieses Jahr enorm verbessert habe (2 Minuten auf 5km / 5Minuten auf 10km / 8 Minuten auf 21km), frage ich mich langsam, wofür ich mir das (grob gesagt) "alles antue"

Ich gehe 4 Mal die Woche laufen, fahre 1-2 Mal Rad (ja, das könnte zB auch mehr sein ;)), mach einmal Stabi und gehe 3 Mal Schwimmen. Vielleicht nicht viel Training für einen Triathleten - aber sehr viel Training für einen normalen Menschen, der keinerlei sportliche Ambitionen hat. Natürlich will ich einigermaßen gut in der Liga abschneiden, vor allem um unsere Teamleistung nicht herunter zu ziehen und um selbst motiviert zu bleiben. - Aber mehr: Ich weiß nicht. Natürlich würde ich gerne mal einen Halbmarathon in 1.45 laufen, bei 5km näher an die 21 Minuten herankommen und vielleicht - irgendwann einen 70.3 finishen, mein großes Ziel für die nächsten Jahre heißt aber Examen und hat nichts mit dem Sport zu tun. Ich werde nächstes Jahr wahrscheinlich auch keine oder nur wenige, kurze Wettkämpfe machen können, weil ich mich 100% auf die Examensvorbereitung konzentrieren möchte und muss (!).
Also: Warum mache ich mir so einen Stress?

Am Freitag bin ich beim Wallauer Mitsommernachtslauf gelaufen. Es waren 10.09 km in 49.01 Minuten (10km in 48.47Min) und damit weiterhin unter 50 Minuten. Mein Traum waren aber die 47 Minuten, was aber einerseits wegen der welligen Strecke und andererseits wegen meinem Kopf nicht drin war. Deswegen kam ich - mal wieder- frustriert ins Ziel. Und auch wenn ich in der Altersklasse 8. von 64 Frauen war, was ja eigentlich gar nicht so schlecht ist, bin ich unzufrieden. Denn ich sehe, dass viele Frauen die Zeit laufen, die ich laufe oder nur minimal langsamer mit gefühlt der Hälfte an Training.

Hinzu kommt, dass ich (wie man auch auf dem Bild oben sieht) keine Läuferfigur habe. Hatte ich nie (noch nicht mal als ich mich auf 49 Kilo heruntergehungert habe, siehe hier). Mein Trainer nennt mich liebevoll sein "trainiertes Babyrind". Und immer öfter frage ich mich, warum ich keinen Sport mache, in dem ich einfach so relativ gut bin, ohne dass ich mich viel für anstrengen muss - sei es einerseits das Schwimmen, was mir mehr liegt als laufen/radfahren oder Krafttraining, wo ich mit wenig Training viele einfach "wegpumpe" (Paulas Worte). Aber ich mache Triathlon, weil es mir SPASS macht, meistens zumindest. Auch wenn ich den Spaßfaktor in letzter Zeit immer mehr vergessen habe und mich nur auf die Leistungsebene beschränkt habe: schneller, weiter,  besser. Es geht mehr um Zeiten, als daran, Spaß bei den Wettkämpfen und im Training zu haben. Anders ist zum Beispiel Thea, der ich schon länger bei Instagram folge und die ich schon privat beim Wings for Life Run treffen durfte: Thea schafft gefühlt alles in super Zeiten, vom Marathon bis zum 70.3 bis zur Sprintdistanz, ohne viel Trara um ihren Trainingsumfang und ihre Zeiten zu machen, oft werden diese gar nicht gepostet, sondern sie erzählt, wieviel Spaß sie bei den Wettkämpfen hatte. Nicht nur, aber vor allem in dieser Hinsicht ist sie meine Inspiration. Sie stellt den Fokus klar darauf, sich sportlich nicht zu stressen, sondern auf ihre Gesundheit und den Spaß an der ganzen Sache, ganz egal was sie gerade macht. Und natürlich hat sie super Zeiten und sieht immer blendend beim Sport aus (anders als ich auf meinen Lauf-/Radbildern ;D), aber darum geht es ihr gar nicht.

Auch als ich vor kurzem mit meiner Trainerin ein Gespräch hatte, wo sie bezogen auf eine andere Sportlerin meinte, dass diese einfach den Sport wechseln sollte, weil sie das Ganze viel zu ehrgeizig angeht und nichts dabei herumkommt, weil sie einfach kein Talent für Ausdauersport hatte und ich sie dann lachend fragte, warum ich denn dann Triathlon machen sollte, war ihre Antwort: "Weil du eine Kämpferin bist." Denn sehen wir es ein: Ich werde niemals 40 Minuten auf 10km laufen. Ich werde niemals irgendeinen Lauf gewinnen oder bei der Regionalliga im Triathlon dabei sein. Aber ich werde dabei bleiben. Weil es das ist, was ich machen will.

Kommentare :

  1. Ich mache ja auch nur "zum Spaß" Sport, weil ich mich fit fühlen möchte und seitdem meine Kreislaufprobleme verschwunden sind. Mein Sportpensum liegt da zwar noch weit unter deinem (3-4 mal laufen, 3 mal Ergometer, 3x Übungen mit Körpergewicht), aber mein Umfeld meint schon manchmal, dass ich übertreibe. Und manchmal frage ich mich auch, was mich dazu antreibt, um halb 7 aufzustehen und zu joggen, statt liegen zu bleiben.

    Es freut mich wirklich, dass du das machst, was dir Spaß macht! Manchmal ist man halt einfach nicht gut in dem, was man liebt... und wenn man sich damit abfinden kann und es trotzdem genießt, dann ist ja alles in Ordnung!

    Liebe Grüße

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  2. die gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen!!
    Das ist wirklich eine hammer Leistung die du da erbringst :)
    xo,

    Louisa

    www.theurbanslang.com

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  3. Ich finde deine Leistungen auch einfach super beeindruckend, aber unabhängig von Zeiten: tue dir selbst und deinem Körper den Gefallen wieder Spaß daran zu finden. Damit meine ich richtigen Spaß, von innen heraus, weil du richtig großen Bock drauf hast! Quäle dich nicht, denn das ist es nicht wert. Dabei meine ich nicht, das du dich nicht herausfordern sollst, aber mit Genuss!!
    Glaub an dich und das was du gut kannst, scheiß (sorry für den Ausdruck!) auf den Rest!
    Liebste Grüße
    Jenny

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