Wie gehe ich mit Niederlagen um? - Halbmarathon Mainz

Eigentlich wollte ich in diesem Bericht freudestrahlend meine Zielzeit von 1.49 oder darunter verkünden. Stattdessen folgt nun ein anderer Bericht: Bei km 15 bin ich offiziell aus dem diesjährigen Gutenberg Marathon Mainz ausgestiegen. 
Doch warum? Nachdem ich in Frankfurt 1.51 trotz anfänglicher Hindernisse und Schienbeinkantensyndrom gelaufen bin und leistungsmäßig mehr drin gewesen wäre, lautete das Ziel für Frankfurt ganz klar SUB 1.50. Meine Bericht zum Frankfurt Halbmarathon findet ihr hier.




Mit dem Halbmarathon kam jedoch auch das letzte Wochenende, welches ich für Runners Point gearbeitet habe - meinen Aushilfsjob für 3 Jahre. Dass ich die Arbeit und mein Team vermissen werde, gehört ihr nicht hin, fest stand, dass wir auf der Marathonmesse ordentlich zu tun haben würden. 


Mein Halbmarathonwochenende startete donnerstags mit arbeiten in der Filiale. Freitag früh um 8.00 hieß es für Irene und mich: Messeaufbau . Faktisch zu zweit hievten  wir 66 Kisten voller Ware nach oben, damit um 14.00 die Messe starten konnte. Für den Aufbau selbst bekamen wir glücklicherweise noch Hilfe, jedoch haben wir laut Irenes Polar M400 alleine 1700 Kalorien durch das Hochtragen verbrannt - ein ganzes Workout. - Hier seht ihr ein Video. Mein Arbeitstag endete an dem Tag um 16.00 und als Studentin bin ich dieses ganze körperliche Arbeiten ja gar nicht mehr gewohnt ;)


Bevor es mit dem Rad heimging, besuchte ich Thilo von Miiego Deutschland noch an ihrem Stand und konnte ein bisschen mit ihm plaudern - und unter anderem die neuen pinken AL3 Freedom women testen, die ihr hier noch genauer seht.  Im Rahmen der #30TageumdieWelt - Challenge, zu der noch ein Post kommen wird, werdet ihr noch mehr von mir und diesen wunderschönen pinken Babys zu sehen bekommen. - Am besten folgt ihr Miiego Deutschlandbei Instagram, dann verpasst ihr nichts über die Challenge.

Ihr findet die Webseite hier

An dem Tag bin ich nur noch mit dem Rad nachhause gefahren - eine super Idee, wenn man eh den ganzen Tag auf den Beinen ist, bin todmüde in die Badewanne gefallen um abends wieder nach Mainz (diesmal schlauerweise mit meinem Auto) zu gurken und mit dem Team ins Vapiano zu gehen. Denn auch am nächsten Tag stand wieder ein Arbeitstag auf dem Programm, sodass ich ab 10.00 auf der Messe stand, nachmittags im Laden und wir abends noch die Messe bis 22.00 abgebaut haben. - dementsprechend fertig waren wir alle. Wie eine Kollegin auch meinte : "Der Tag vorm Halbmarathon wird vollkommen überschätzt" ;). Auch ernährungsmäßig wurde aus dem Wochenende nichts. Freitag standen Süßigkeiten und Pizza auf dem Programm und Samstag habe ich mich gefühlt nur von Süßigkeiten und Reiswaffeln ernährt - aus Ermangelung einer Pause. Nicht ganz das Carboloading mit den guten Kohlenhydraten, was Irene und ich geplant hatten.



Der Tag vom Halbmarathon startete früh - schließlich ging der Startschuss um 9.30 los. Meine Mum (aka meine beste Wettkampfbegleitung) und ich sind mit dem Rad rübengeradelt, wo ich erstmal ganz viele liebe Freunde und Bekannte getroffen habe - aus meinem Verein, Ligateam und vom 25h Lauf Team. Das war eigentlich einer der schönsten Momente vom ganzen Tag. 
Mit Irene und Laura habe ich eigentlich die ganze Stunde vorm Start verbracht und mich nur vorm Startschuss abgesetzt, da wir alle andere Zeiten angepeilt hatten. 



Als es um 9.30 dann losging war ich zunächst euphorisch. Auf der Strecke traf ich noch die eine oder andere von meinem Verein und versuchte, nicht all zu schnell zu starten (so wie ich es sonst immer mache: viel zu schnell angehen). Eigentlich hatte ich geplant mit einer 5.10- 5.15/km Pace anzugehen und dann eher nach hinten raus schneller zu werden, so wie es mir in Frankfurt zugute kam.
Die Hochmotivation in Person fing natürlich mit einem 5.00/km Schnitt an, den ich auch bis km 8 locker halten konnte. In mir schwebte schon der Traum einer HM Zeit zwischen 1.45 und 1.47. Meine Waden fingen jedoch immer mehr an zu krampfen, trotz Kompressionssocken, was ich einfach auf mein Schienbein schob und getrost ignorierte.  Jedoch fiel am km 8 mein Pace langsam aber stetig ab - 5.03, 5.05, 5.10 - ab Kilometer 10 ging erst einmal gar nichts mehr, ich musste kurz gehen, weil ich merkte, wie meine Oberschenkel nun ebenfalls anfingen zu krampfen. Danach fiel ich stetig auf einen Schnitt von 5.20 / 5.30 / 5.40/km ab - bis ich meine Uhr vor lauter Frust ausschaltete, da ich nun gar nicht mehr "laufen" konnte. Da ich aber wusste, dass meine Mum bei km 15 stand und mich anfeuern wollte, schleppte ich mich dort noch hin -  und stieg aus.

Danach war die Enttäuschung natürlich erstmal vorrangig. Natürlich hätte ich mich mit Schmerzen noch irgendwie die letzten 6 km dahinschleppen können und mit einer 3 Stunden Zeit finishen können - das entspricht jedoch nicht meiner Definition eines Wettkampfes und ich wollte mir nicht noch mehr kaputt machen, also ohnehin schon kaputt war. Denn warum soll ich mein Schienbein noch mehr belasten als ich es ohnehin schon tue?
Den ganzen restlichen Tag war ich relativ schlecht gelaunt und müde, sodass ich ihn eigentlich nur schlafend verbracht habe. 


Wichtiger ist jetzt: Was lerne ich daraus?
  • Äußere Gegebenheiten beachten: 
    Natürlich kann ich keine neue Bestzeit laufen, wenn ich die vorherigen Tage jeweils 8 - 10 Stunden durchgestanden und umhergerannt bin. Das nächste Mal arbeite ich entweder nicht vorher bzw suche mir einen Wettkampf raus, bei dem ich die letzten Tage auch wirklich tapern kann, sodass es gar nicht erst zu den oben genannten Problemen kommen kann.

    Ich bin mir sicher, dass wenn ich eine andere Zielzeit angegangen wäre, ohne das Ziel, unbedingt meine alte Zeit unterbieten, ja gar meine Traumzeit anzuvisieren, ich auch hätte finishen können.
    Zudem war es so super heiß, dass keiner die angepeilten Zeiten laufen konnte, mit dem ich gesprochen habe. Sei es meine Vereinskollegin, die das Ding in 1.19 gewonnen hat oder meine liebe Freundin Bolle, die unter normalen Umständen locker 1.55 gelaufen wäre.
  • nicht überpacen ;)
    Das nehme ich mir eigentlich für JEDEN Lauf vor. Eher ruhig angehen, um nach hinten raus Gas geben zu können. Wirklich geklappt hat das bis jetzt nur beim Maarauelauf und in Frankfurt.
  • Kopf hoch Auch wenn es sich zunächst anders anfühlt: Das war nur ein anderer Lauf, den ich nicht gefinisht habe (siehe Wings for Life Run). Und es wird wieder Läufe geben, bei denen ich meine Leistung abrufen kann und zufrieden bin. Wichtiger ist es, sich Fehler einzugestehen, so dass man an ihnen lernen kann.
  • Vorbereitung optimieren
    Und ganz ehrlich: Ich bin nicht so gut vorbereitet in den HM gegangen, wie im März in Frankfurt. Im Winter habe ich mich NUR auf Frankfurt fokussiert, seitdem habe ich meinen Fokus jedoch ganz klar auf meine Triathlonsaison bzw die Liga gelegt, sodass ich jetzt eher auf die kurze Strecke hintrainiere (5km) als auf einen Halbmarathon. Zudem bin ich oft nur 3 statt die angepeilten 4 Mal gelaufen, da ich mein Schwimm-, Rad- und Krafttraining noch in meine Woche quetschen musste.
     


She did it - Bolle hat ihren ersten HM gefinisht, Glückwunsch!


 Danke an Laura & Irene für die Bilder und Gratulation an euch zu eurem ersten Halbmarathon.







Kommentare :

  1. Hallo du Süße<3
    ach danke für die lieben Worte, musste dann doch strahlen wie ein Honig-Kuchen-Pferd,
    obwohl die Haare verschnitten und ungewollt 15cm gekürzt wurden. -.-
    aber an einem selber ist das ja immer eine absolute katastrophe und sonst sieht das niemand ;D

    alles Liebe deine AMELY ROSE

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  2. Klar ist es schade, ich finde es aber toll wie du nun rückblickend damit umgehst - der nächste Lauf kommt bestimmt :)

    Liebe Grüße
    Jimena von littlethingcalledlove.de

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