Warum mache ich überhaupt Sport?


Von Zeiten akuter Sport - "Sucht" - worüber Paula hier einen interessanten Artikel geschrieben hat bis hin zur absoluten Motivationslosigkeit - ich habe bereits viele Phasen erlebt.

Und zurzeit frage ich mich immer wieder: "Warum gebe ich mir diesen ganzen Stress überhaupt?" 
Ich werde niemals ein Leistungssportler sein, der seinen Lebensunterhalt mit Sport bestreitet, noch verdiene ich ein kleines Taschengeld mit meinen sportlichen Erfolgen, das höchste sind ab und zu ein paar Gutscheine. Über die freue ich mich natürlich jedes Mal riesig, versteht mich nicht falsch. Sport ist nicht (nur) dazu da, um Leistung zu liefern, sondern dient auch der Erholung und Entspannung - Aspekte, die ich lange vernachlässigt habe. 

Derzeit quäle ich mich in jedes Training, jeder Lauf wird nach einem bestimmten Plan absolviert und ich sehne mich zurück , wo ich einfach morgens vor dem Frühstück das gute Wetter (ob mit einer Freundin oder ohne) genutzt habe und losgelaufen bin - ohne auf Dauer oder Pace zu achten. 

Mit meinem Start in der Triathlonliga setze ich mich erneut dem Stress aus - Die Angst, meine Ligamädels zu enttäuschen überdeckt meine Freude auf die Wettkämpfe und immer öfter frage ich mich, warum ich mir gerade diesen Sport ausgesucht habe - eine Sportart, in der ich viel für meine Zeiten kämpfen muss, weil sie mir nicht einfach so zu fallen. 

Ich kann 5 Wochen nicht schwimmen gehen und habe wenig von meinem Leistungsstand verloren, gehe ich 5 Wochen nicht laufen, bin ich die lahmste Schnecke und weit von meinen Zielzeiten entfernt. Immer öfter entdecke ich meine Vorlieben für andere Sportarten - oder ja, sogar für andere Hobbys fernab vom Sport, denen ich mich ewig nicht mehr gewidmet habe. Neben meinem Studium, der Arbeit und Triathlon bleibt nicht viel Zeit und die möchte ich gerne mit meinen Freunden oder meiner Familie verbringen. Früher bin ich geritten, habe Cello und Klavier gespielt oder auch Yoga gemacht - derzeit schaffe ich es kaum ins Fitnessstudio, obwohl mir Kraft- und Functional Training auch sehr viel Freude bereitet. Stattdessen quäle ich mich viermal die Woche in meine Laufschuhe und erreiche dennoch nicht die Zeit auf die 5km, die ich laufen möchte. 



Ich hätte gerne ein paar motivierende Worte für euch, aber mir geht dieser ganze Fitnesswahn derzeit so auf den Geist - ja, auch wenn ich ein Teil davon bin. Sport wird nur noch gemacht, um gut auszusehen oder allen zu beweisen, wie gut man ist.
Noch vor 1-2 Jahren hätte ich von meinen Laufzeiten geträumt, jetzt reichen sie mir nicht mehr. Es ist immer dasselbe: schneller, besser, weiter. 
Ich könnte den Halbmarathon nächste Woche auch locker mit meiner Freundin in 2.30 traben, mit ihr durchlachen und quatschen, anstatt mich für sub 1.50 zu quälen - ebenfalls eine Zeit, die andere Menschen mit links laufen und für die ich hart arbeiten muss (und derzeit nicht sicher bin, ob ich sie erreiche). 

Das Freuen über Zeiten ist auch vorbei, weil es immer nur um schneller geht - und man im permanenten Vergleich mit anderen steht, die scheinbar alles können und nur so an einem vorbeifliegen. 

Deswegen richte ich meine Motivation gerade eher auf die Dinge, mit denen ich mich wohlfühle oder die Priorität haben - wie beispielsweise mein Studium.
Ich möchte wieder dahin zurückkehren, wo ich es genossen habe, mit meinen Freunden und Freundinnen zu laufen oder zu trainieren, ein Workout im Garten zu machen und mich einfach nur wohlgefühlt habe - ohne ständigen Leistungsdruck und dadurch verursachte schlechte Laune.

Ich trage:
SportBH von Nike
Shirt von Gorilla Sports
Nike Pro Shorts
Asics Gel DS Trainer 20


Kommentare :

  1. Hallo Maus danke dir <3
    gerade die bilder waren mehr als anstrengend hahaha
    aber da hat sich das “über den Zaun klettern” ja gelohnt :D

    alles Liebe deine AMELY ROSE

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  2. Ich verstehe gut, was du da beschreibst - ich hatte auch mal eine ähnliche Phase und finde es sehr gut, dass du wieder an einen anderen Punkt kommen möchtest. :)

    Liebe Grüße,
    Sara

    www.saritschka.com

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  3. Sehr cooler Beitrag meine Liebe und krass, was du für Armmuskeln hast! Ich bin seit geraumer Zeit auch total im Fitness-Wahn und das tägliche Joggen ist mittlerweile ein Muss - an meinen Armmuskeln muss ich allerdings noch arbeiten, damit die so aussehen wie bei dir :D

    XXX,



    Wiebke von WMBG



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