Intuitives Essen

Hallo ihr Lieben,
nachdem ich das Buch schon auf diversen Instagramaccounts & Blogs gesehen hatte, musste ich es nun auch lesen - ich habe es mir von meiner lieben Elena ausgeliehen und verschlungen.


Ich habe sehr viel von dem Buch erwartet und wurde nicht enttäuscht. Mich selbst würde ich (leider noch) nicht als Intuitiven Esser bezeichnen, obwohl ich immer besser werde - in meinem Kopf stapeln sich ab und zu immer noch gewisse Essenskategorien "gutes und schlechtes Essen" und Kalorienzahlen.
Mein Ziel ist deswegen, ein intuitiver Esser zu werden.
Dabei geholfen hat mir das Buch "Intuitiv abnehmen" von Elyse Resch und Evelyn Tribole.



Auch wenn ich euch hier die Grundprinzipien vorstellen werde, lege ich euch ans Herz das Buch selbst zu lesen, um die Prinzipien mehr zu verinnerlichen - auch ich werde mir das Buch noch selbst zulegen und mehrere Male lesen.

Fast jeder von uns hat gewisse Diätmentalitäten im Kopf - und diese gilt es abzulegen. "Kein Essen nach 18.00" "Ohje, ich habe abends Kohlenhydrate gegessen" "Ein Salat wäre jetzt besser als die Nudeln". Die intuitive Ernährung - zurück zu natürlichem Essverhalten beruht auf 10 Prinzipien, welche ich euch hier vorstellen möchte.



1. Lege deine Diätmentalität ab
Nimm dir vor, nie wieder eine Diät zu machen. Keine Diät ist für die Dauer geeignet, sie wird eigentlich nur dafür entworfen, dass man schnell und nicht nachhaltig abnimmt, nur um direkt danach wieder eine Diät zu machen - sonst würden die ganzen Hersteller nichts verdienen. Kennt ihr jemanden, der Diät gehalten hat und die verlorenen Kilos danach nicht wieder zugenommen hat? Ich auch nicht. Auch ich habe zahlreiche Diäten ausprobiert und gebracht hat keine davon was, ausser dass ich magersüchtig wurde.
Beispiel: "Ab morgen esse ich low carb" "Keine Süßigkeiten mehr für mich" "Ich ziehe das jetzt wirklich mal durch" Ich ertappe mich auch oft dabei, dass ich mir jetzt vornehme, abends keine Kohlenhydrate mehr zu essen. Damit ist jetzt Schluss. Diäten können nur Schäden anrichten, beispielsweise
  • Häufung von Heißhunger und Essanfällen
  • Entwicklung von Essstörungen (Anorexie, Binge Eating, Bulimie)
  • schlechtes Selbstwertgefühl
  • Mangelerscheinungen des Körpers
  • geschwächtes Immunsystem
  • verlangsamter Stoffwechsel
Ihr könnt euch darauf verlassen, dass euer Körper euch sagt, was er wann essen möchte. Verlangt er nach Schokolade, gebt sie ihm. Und genießt sie.

2. Honoriere Deinen Hunger
"Ernähren Sie Ihren Körper nach seinen biologischen Bedürfnissen durch eine angemessene Energie- und Kohlenhydratzufuhr." Dieses Prinzip klingt erst einmal leichter als gedacht, da viele Menschen verlernt haben, ihren Körper zu spüren und wahrzunehmen. - Auch ich habe jahrelang meinen Hunger unterdrückt und meinen Körper daran gewöhnt, dass er nichts essen darf. In der "Recovery" Phase waren deswegen Essanfälle die Folge. Heute kann ich gar nicht mehr "hungern", da mein Körper ab dem leichtesten Hungergefühls so stark danach verlangt, dass ich es nicht mehr unterdrücken kann.
Heute esse ich IMMER, wenn ich physischen Hunger verspüre, habe kein Gramm zugenommen und fühle mich fit und energiegeladen. 
"Ihr Körper muss sich darauf verlassen können, dass er jederzeit Nahrung bekommt." Sobald er dies verinnerlicht hat, hören auch Fressanfälle auf. Der Körper ist ruhig, er weiß, dass er immer essen kann, was er möchte und überisst sich somit nicht an den einzelnen Mahlzeiten aus Angst, nichts mehr zu bekommen.

3. Schließe Frieden mit dem Essen
"Geben Sie sich die bedingungslose Erlaubnis zu essen. Wenn Sie sich ein bestimmtes Essen verbieten, kann das intensive Gefühle von Entbehrung hervorrufen, die zu unkontrollierbaren Gelüsten führen und oft in Essattacken enden". Definitiv der wichtigste und schwierigste Punkt für mich. Ich darf Essen. Essen ernährt mich und meinen Körper und macht mich nicht automatisch Fett. Mein Körper braucht die Energie aus der Nahrung, um zu funktionieren und damit es ihm gut tut.
Sobald ich mir heute ein Nahrungsmittel verbiete wie beispielsweise Pizza / Schokolade, habe ich erst Recht Appetit darauf und gebe diesem Appetit nach. Sobald ich mir bewusst mache, dass ich jederzeit alles essen kann, was ich möchte, esse ich meistens von automatisch das, was meinem Körper und mir gut tut.


4. Sag der Essenspolizei den Kampf an
Die Essenspolizei kennt jeder. "Wenn du mehr als 1000 Kalorien am Tag zu dir nimmst, wirst du fett." "Du hast Schokolade gegessen, so wirst du nie fit und schlank." "Du hast heute Kohlenhydrate gegessen, obwohl du keinen Sport gemacht hast."
Sag der Essenspolitei den Kampf an. Ein schlechtes Gewissen wegen Essen zu haben, gilt zwar heutzutage als "normal", ist es aber nicht. Du musst dich nicht schuldig fühlen, wenn du Eis gegessen hast. Oder wenn du heute Abend Nudeln gegessen hast, ohne vorher zwanghaft Kalorien im Fitnessstudio abzustrampeln. Diese innere Stimme, die jedes Stückchen Nahrung bewertet und es schlecht redet, führt dazu, dass wir uns undiszipliniert, schlecht und wie Versager fühlen. Du bist kein Versager, wenn du das isst, was dir schmeckt und was dein Körper verlangt. Früher habe ich aus Prinzip keine Süßigkeiten, keine Nudeln, keine Pizza / Burger oder ähnliches gegessen, heute esse ich alles - je nachdem wonach mir gerade ist.



5. Spüre deine Sättigung
Auch ein Punkt, der einfacher klingt, als er ist. Früher habe ich mein abgewogenes Essen gegessen - nie etwas übrig gelassen, hatte teilweise noch Hunger als ich aufgehört habe zu essen oder keinen Hunger mehr, dennoch habe ich den Teller leer gegessen - einfach aus Gewohnheit. Heute versuche ich, darauf zu achten, wann ich satt bin. Und dann lasse ich den Rest auch auf dem Teller zurück, auch wenn ich früher der klassische "Ich esse meinen Teller leer" - Esser war.


6. Entdecke den Genussfaktor
"Fragen Sie sich, was sie wirklich essen möchten". Als ich gestern im Vapiano war, habe ich die ganze Zeit nur an meine Lieblingspizza "Pesto con Spinachi" denken können, die ich gefühlte Ewigkeiten nicht mehr gegessen habe. Kurz habe ich gedacht, nur einen gesunden Salat zu essen, jedoch hätte mich dieser nicht befriedigt und gesättigt, sondern ich hätte nur an die Pizza denken müssen und das ganze Essen überhaupt nicht genossen. Ich versuche jetzt, jede Mahlzeit zu genießen, mich auf das Essen zu konzentrieren und mich nicht mit dem Handy, Tablet oder einem Buch von der Nahrungsnahme abzulenken. 

7. Bewältige deine Gefühle ohne den Einsatz von Essen

Wie oft greifen wir bei Liebeskummer oder Frust zu einer Tafel Schokolade oder laufen während des Lernens zigmal zum Kühlschrank um uns abzulenken? Auch ich nehme mich hier nicht aus. Beim Prinzip 7 geht es darum, auch negative Gefühle zuzulassen und sie nicht durch das Essen "wegzudrücken". Statt Trost oder Ablenkung im Essen zu suchen, kann man auch

  • ein Bad nehmen
  • einen Spaziergang machen
  • seine beste Freundin / seinen besten Freund anrufen
  • Sport treiben
  • einen Mittagsschlaf machen


8. Respektiere deinen Körper
Auch ein sehr schwieriges Prinzip. Sich in seinem Körper wohl fühlen und ihn nicht ständig verändern wollen. Fast jeder von uns hat etwas an sich auszusetzen, man ist zu muskulös, hat keinen ganz flachen Bauch, zu dicke Oberschenkel etc. Wie Carrie einmal sagte: "The problem is not your thighs. The problem is your head."
Auch meiner Mutter ist aufgefallen, dass ich wieder sehr viel mehr an mir herumzweifle, seit ich wieder begonnen hatte, meine Ernährung zu tracken und sie meinte "noch vor 2 Wochen warst du total zufrieden mit dir und deinem Körper". Wir müssen uns von unserer Idealvorstellung verabschieden - was in der heutigen Gesellschaft, wo das Idealbild einer Frau Size Zero bedeutet und nichts mit der Realität zu tun hat, noch schwerer fällt.




9. Bewegung - fühle den Unterschied
Wie ich bereits hier geschrieben habe, hatte Sport eine Zeit lang für mich nur mit Kalorien verbrennen zu tun. Sport machen, damit ich mir erlauben konnte, wenigstens etwas zu essen.
Heute bin ich dankbar, dass ich Sport machen kann, bewege mich, weil es mir Spaß macht und immer weniger aus dem Zwang, abzunehmen und Kalorien zu verbrennen und mache den Sport, der mir persönlich Spaß macht. 



10. Erhalte deine Gesundheit mit sanfter Ernährung
"Genießt das Essen von Nahrung, nicht zu viel - und nicht zu wenig. Überwiegend das, was euch zufriedenstellt". Wenn ihr jetzt denkt, dass ihr nur noch Fast Food und Süßigkeiten in euch hineinstopfen werdet, wenn ihr euch erlaubt alles zu essen, hat euer Körper wahrscheinlich lange Zeit in einem Mangelzustand existiert. Kein Mensch ist zufrieden, gesättigt und glücklich, wenn er nur "Ungesundes" isst. Wenn ihr auf euren Körper hört, werdet ihr merken, dass er genauso sehr ein Verlangen nach frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln hat und nicht immer nach Süßem verlangen wird.

Ich kann das Buch wirklich jedem empfehlen und finde es unbeschreiblich gelungen.

Kommentare :

  1. Das Buch klingt richtig gut, danke für die Vorstellung (und die leckeren Essensbilder :-D).

    Liebe Grüße
    Priscilla

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  2. Danke für so einen ausführlichen Post. Fand ich richtig informativ. Habe von dem Buch auch schon etwa Tausend Mal auf Instagram gehört, es aber bisher nicht selbst gelesen. Für mich war während des Lesens aber auch besonders schön zu sehen welche Fortschritte ich gemacht habe. Ich war zwar nie unter- oder übergewichtig. Mein Verhältnis zu Essen war (und ist natürlich nach wie vor etwas) überarbeitungsbedürftig.
    Vor allem emotionales Essen war be mir sehr präsent, doch mittlerweile bin ich in den meisten Fällen "Herr meines Kopfes" und finde eben auch Ablenkung, weil ich weiß, dass Essen die Situation jetzt auch nicht lösen wird.
    Wie gesagt - danke für die tolle Zusammenfassung :)

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