Some runs make you feel invincible. Some run make you feel defeated. Every run makes you stronger


Hallo ihr Lieben,
nachdem ich gestern nach etwas erkältungsbedingter Sportpause meinte, unbedingt eine neue Bestzeit auf 8 km (39.19) im Training laufen zu müssen, bin ich heute kränker als zuvor. Also gehts auch nicht ins Schwimmbad, sondern ins Bett, von wo aus ich diesen Eintrag auch tippe. Ich hatte vorhin vor der Mittagspause in der Bib den Anfall alle nicht fitness- und ernährungsbezogenen Posts auf meinem Blog löschen zu müssen, alle anderen Themen gibt es bald auf: https://fckeduptwenties.wordpress.com/ in Zusammenarbeit mit meinen süßen Lara & Fiona. Mein Blog kommt wieder in seine Anfänge zurück: Sport & Essen - genauso wie es auf Triatrio nur darum geht.

Denn ich spreche zwei verschiedene Gruppen von Lesern an, die so voneinander getrennt bleiben - so fühlt sich keiner von Posts belästigt, die nicht zu ihm gehören.

So - Nach dem ganzen Geschwafel zurück zum eigentlichen Thema: Laufen


 Die süße Elena gibts auch bei Triatrio

When you can feel your world crumbling and falling apart around you: Run. Run harder. Run faster. Run until the pieces fall back into place and everything is okay again.




Laufen - ich hätte niemals gedacht, dass ich einmal viermal die Woche laufen gehen würde, an einem Halbmarathon teilnehmen würde und das Ganze freiwillig. Denn ich bin keine Läuferin. Und früher war ich auch keine Sportlerin. Heute bezeichnen mich viele meiner Freunde als Sportskanone; Übersportlerin und Übermotivierte Rennmaus. Dass es einmal so weit kommen würde, hätte ich nie gedacht.

Ich bin schon als Kind geschwommen, aber nur so bis zur siebten Klasse. Dass ich damals, als es ernst wurde, es Richtung Leistungssport  nicht weitergemacht habe, bereue ich bis heute. Denn so fehlen mir Zeiten, die ich niemals aufholen kann.
Andererseits wäre ich so niemals in meinem Verein gelandet, wäre vielleicht niemals zum Triathlon gekommen und würde das Schwimmen jetzt verabscheuen, nachdem man im Leistungsschwimmen regelrecht alle Kinder mit Trainingseinheiten verprellt. Also habe ich aufgehören als es ans "mehr trainieren und weniger planschen" ging und bin stattdessen nur noch geritten (Ich bin insgesamt ab dem Alter von 7 bis 18 Jahren geritten und vermisse es immer noch). 

Jetzt werden zwar alle Pferdemädchen aufschreien: "Reiten ist Sport" - und in einem gewissen Maße stimme ich euch dabei zu und erinnere mich an den Muskelkater nach diversen Dressurstunden, aber es ist nun einmal kein Sport, der mich genauso fit macht, wie beispielsweise Laufen, Triathlon; Tennis, Fußball oder andere Sportarten.
Deswegen war ich in meiner reinen "Ich reite nur und bin glücklich" - Phase sehr unsportlich, pummelig und dauerhaft unzufrieden mit mir und meinem Gewicht.
Wenn von Verwandten die netten Kommentare a la "Feli, du und deine Baumstammbeine" und "Deine Mutter ist ja schon die schmalste von euch" kamen, hat mich das - nachvollziehbar - sehr verletzt. In der Schule habe ich den Coopertest verabscheut und mich immer so gut es geht davor gedrückt, bis ich 13 Jahre alt war.
Mein Gewicht ging stetig nach oben (obwohl ich heute genauso viel wiege wie damals, nur dass das ganze Fett nun Muskelmasse ist, also verlasst euch nicht auf die Waage: siehe meinen Post hier), ich aß immer mehr und mehr und war immer unzufriedener. 
Mein Selbstbewusstsein war eh immer sehr gering, ich wusste nicht, wer ich bin, wer ich sein wollte, was ich mit meinem Leben überhaupt anfangen sollte und wo ich hinwollte. Das war die Phase, in der ich das erste Mal in meinem Leben schlecht in der Schule war, eine 5 in Mathe nachhause brachte, obwohl ich früher immer gut in der Schule war, gerne gelernt habe und schon mit 5 Jahren eingeschult wurde, weil ich unbedingt in die Schule wollte. Dass das Ganze auch mit dem Mobbing zu tun hatte, stimmt natürlich.

Dennoch: Mit dem Laufen hängt alles zusammen.
Mein Vater hat mich irgendwann im Triathlonverein angemeldet, wo unser Nachbar (der nur zwei Jahre älter war als ich) trainiert hat, mit welchem ich dann zum ersten Mal mitgegangen bin. Ich weiß noch, wie ich im Schwimmtraining relativ schnell nicht mehr die Langsamste war und mich stetig nach vorne geackert habe, das Radfahren war eine Qual, ich hatte ständig Atemnot und mir wurde "Belastungsasthma" diagnostiziert, im Nachhinein hätte ich es eher als "Unsportlichkeit" bezeichnet. Aber das Laufen war eine einzige Katastrophe. Ich bin anfangs gar nicht erst zum Lauftraining hin, sondern bin mit meinem Vater bei uns auf einer 400m Waldrunde laufen gegangen, eine Runde fiel mir unglaublich schwer, ich hatte keine Lust mehr; wollte aufgeben und habe es dank leichtem Druck vonseiten meines Vaters durchgezogen.
Ich weiß noch, wie stolz ich war, als ich meine ersten 4km laufen konnte, für die ich über eine halbe Stunde gebraucht habe.

Von da an ging es bergauf, dennoch war ich aus unserer Triathlongruppe meistens die Langsamste beim Laufen. 
Ich bin nicht der typische "Läufertyp", ich bin breit gebaut, baue unheimlich schnell Muskeln auf - aber eben auch Fett, bin schwer und kein Ausdauertier. Und trotzdem bin ich dran geblieben. Beim Triathlon waren die 5km laufen zum Schluss immer meine Hassdisziplin, dennoch habe ich mich weiter verbessert und irgendwann war es annehmbar - gerne habe ich es dennoch nicht gemacht. 




Als ich dann mit 17 anfing, meinem Körper einreden zu müssen, unbedingt abnehmen zu müssen, nachdem ich schon ständige Gewichtsschwankungen und Diäten hinter mir hatte und gleichzeitig mit 18 mit dem Triathlon (zunächst) aufhörte aufgrund der Abiphase und dem Auseinanderbrechen unserer Jugendgruppe, bin ich zwei Jahre nur gelaufen - jeden Tag, Minimum eine Stunde = 10km : Denn das war der Sport, bei dem ich am schnellsten Kalorien verbrennen konnte. Spaß hatte ich wenig, ich erinnere mich kaum noch an die Läufe und die Zeit, es ging nur darum, das Ganze abzuhaken, sodass ich meinem Körper erlauben konnte, wenigstens etwas Kalorien (500kcal) aufnehmen zu dürfen, da ich mich ja bewegt hatte. Ohne Bewegung keine Nahrung. Laufen war meine Ausrede dafür, etwas essen zu dürfen. 
Aufgrund meines raschen Gewichtsverlusts von 78 Kilo auf 49 Kilo in meiner "schlimmsten" Zeit habe ich kaum noch etwas gegessen und bin teilweise zweimal am Tag laufen gegangen, um mehr Kalorien zu verbrennen. Ich hatte die fixe Idee in meinem Kopf, dass mein Körper keine Energie braucht, wenn er sich nicht bewegt und nur faul zuhause rumsitzt und fürs Abi lernt. Ich wurde immer schwächer und langsamer, war teilweise um 17.00 so müde, dass ich ins Bett gegangen bin. Gelaufen bin ich immer - ob mit Fieber, Magenproblemen oder Erkältung - auch heute fällt mir das Ausruhen bei Krankheit noch schwer, dennoch weiß ich, dass ich mit Fieber nicht trainieren kann. - auch wenn ich es noch so gerne würde. Irgendwann habe ich mich mit einer Freundin im Fitnessstudio angemeldet, wo man mich aber nur auf dem Crosstrainer oder Laufband finden konnte, denn ich wollte keine Muskeln aufbauen um nicht dick auszusehen. Dass ich damals aussah, wie ein verhungerter Hundeknochen, habe ich selbst nicht gesehen und realisiert. 
Auch im Urlaub - ob in Dubai bei meinen Verwandten oder im All Inklusive Hotel - ich musste immer mindestens eine Stunde laufen.
Also bin ich immer vor allen anderen (meine ganze Familie, bis auf meine Schwester sind Frühauftsteher) aufgestanden, teilweise um 6.00 (in Dubai durften die Frauen nur von 6-9 trainieren, die Männer ab 9 den ganzen Tag) um ja laufen zu können - im (Hotel-)Gym auf dem Laufband. - Ab dieser Zeit kann ich Laufbänder kaum noch ertragen und stelle mich nur drauf, wenn es gar nicht anders geht.
Dass meine Gelenke aus dieser Zeit keine anhaltenden Schaden getragen haben, ist ein kleines Wunder - und ich bin dankbar, dass ich immer noch schmerzfrei laufen kann.



Diese Zeit ist zum Glück schon fast drei Jahre vorbei und seit knapp zwei Jahren kann ich wieder normal essen und normal Sport machen, auch wenn es mir immer noch schwer fällt, viel und kalorienreich zu essen, wenn ich keinen Sport machen kann und auf Sport zu verzichten, wenn es zeitlich oder gesundheitlich nicht geht. Man kommt eben nicht mit einem "Klick" aus einer ES raus, das Ganze ist ein langwieriger Prozess.
Irgendwann habe ich angefangen, wieder zu schwimmen und zu radeln, obwohl ich in der Anfangsphase dann zusätzlich an dem Tag noch gelaufen bin, da nur Laufen für mich als "Sport" zählte, da dort der Kalorienverbrauch am höchsten ist. In einem langwierigen Prozess habe ich aber gelernt, dass ich nicht 7 Mal die Woche laufen muss und kann, dass auch andere Sportarten mich ausfüllen und glücklich machen, sodass ich bei einem normalen Maß von 3-4 Mal laufen die Woche gelandet bin.
Meinen ersten und bisher einzigen Halbmarathon bin ich letztes Jahr in schlechter Vorbereitung in 1.58 gelaufen, am 13.3 findet man mich beim Frankfurt Halbmarathon, ich bin gespannt, was heraus kommt. - Startet jemand von euch?

Seit ich nach einem Trainingsplan von meinem guten Freund und ehemaligen Leistungsläufer trainiere, trainiere ich auch nach System und nicht mehr "um trainiert" zu haben und merke stetige Verbesserungen. Dennoch weiß ich, dass dieser Halbmarathon zunächst mein letzter sein wird, weil mir persönlich so lange Strecken (ja für mich ist alles über 10km lang) keinen Spaß machen und ich lieber 5-10km im Wettkampf laufe.-  vielleicht ändert sich das nochmal, vielleicht auch nicht.

Auf jeden Fall weiß ich, dass sich Fleiß auszahlt. Ich werde immer besser - wie beispielsweise gestern. Nach meinem Plan sollte ich 8km in 5.20er Schnitt laufen, ich war aber so motiviert und gut drauf, dass ich einen 4.55er Schnitt gelaufen bin und die 8km in 38.19 gelaufen bin. - eine Zeit, die ich noch beim Silvesterlauf, wo ich mich die 10km in 49.53 so gequält habe, dass ich nie gedacht hätte, dass ich diese Pace mal im Training alleine laufe, für unmöglich gehalten hätte.
Jeder kann laufen - ich bin das beste Beispiel dafür. Ihr müsst keine 50 Kilo wiegen oder von der Leichtathletik kommen, ihr könnt heute noch anfangen, zu laufen.
Dass ich einmal solche Zeiten laufe, hätte ich selbst nie gedacht. Es sind keine guten Zeiten, ich gewinne damit keinen Lauf, dafür gibt es andere Leute. Hard work beats talent if talent doesn't work hard. 


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